News: Donald Trumps Uno-Rede, Frank-Walter Steinmeier in Hattingen, Friedrich-Merz-CDU in der Krise
Wir haben ja nicht ewig Zeit für jeden Unsinn, deshalb hoffe ich auf Ihr Verständnis, wenn ich hier nur kursorisch auf die Rede eingehe, die Donald Trump gestern vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen gehalten hat. Sie bestand sowieso zum größten Teil aus Eigenlob und der Wiederholung von bereits bekannten Positionen.
Wirklich neu war eigentlich nur eine, nun ja, nennen wir es mal eine Idee: Geht es nach Trump, sollen wir alle die KI, also die »künstliche Intelligenz«, ab jetzt »Superintelligenz« nennen, also SI (mehr hier ). Aha. Sonst ändert sich nichts. SI also. Sehr interessant. Eine kindische Umbenennung war der größte Knaller in der diesjährigen Rede des US-Präsidenten vor den Vereinten Nationen. Und weil wir ja wissen, wozu Trump fähig ist, kann man darüber eigentlich nur froh sein.
Eher am Rande forderte Trump wieder einmal die Abschaffung des Internationalen Strafgerichtshofs. Ich erwähne das nur deshalb, weil von dort heute Nachrichten zu erwarten sind: Um 11 Uhr will das Gericht in Den Haag sein Urteil über einen ehemaligen Rebellenführer verkünden, der unter dem Namen »Mister Said« bekannt war. Im Jahr 2013 soll er in der Zentralafrikanischen Republik Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen begangen haben.
Dass es eine Institution gibt, die dafür sorgt, dass Folterer und Kriegsverbrecher auch Jahrzehnte nach ihren Taten noch zur Rechenschaft gezogen werden, ist eine große Errungenschaft der Weltgemeinschaft. Und dass Trump diese Institution zerstören will, ist nur ein weiterer Beleg dafür, wie klein dieser Mann ist.
Mehr Hintergründe hier: Erst nach knapp 30 Minuten Redezeit fängt Trump an, die Uno zu beschimpfen
Richten wir unseren Blick stattdessen kurz auf einen anderen, wesentlich harmloseren Mann: unseren Bundespräsidenten. Frank-Walter Steinmeier ist im Rahmen seiner Tour mit dem Titel »Ortszeit Deutschland« (mehr dazu hier ) für drei Tage in Hattingen in Nordrhein-Westfalen zu Gast. Heute ist schon Tag zwei seines Aufenthalts in der 53.000-Einwohner-Stadt an der Ruhr.
In Hattingen kann man Minigolf spielen, es gibt ein Kartcenter und auch eine Schmetterlingswiese. Steinmeier besucht heute ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt, er informiert sich über eine Produktionsanlage für elektronische Regler, und am Nachmittag diskutiert er mit Bürgerinnen und Bürgern bei einer sogenannten »Kaffeetafel kontrovers«. Abends geht’s dann in einem Vierer mit Steuermann mit dem Hattinger Ruderverein hinaus auf den Fluss.
Das ist alles herzerweichend alltäglich, und genau deshalb berichte ich hier davon: Überall hören wir immer nur vom zumindest drohenden, womöglich aber schon unvermeidlichen Untergang der Bundesrepublik Deutschland. Da ist es zur Abwechslung doch auch mal ganz beruhigend, einen Mann an der Staatsspitze zu haben, der mit normalen Menschen ruhige Gespräche führt und dann zum Rudern geht.
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