Neue Sportdoku im ZDF: Ausverkauf der Stars: Erinnerungen an die "letzte Elf der DDR"
Der Sportstudio-Dreiteiler "Go West! – Die letzte Elf der DDR" erinnert an bewegende Momente aus dem letzten Jahr der DDR-Nationalmannschaft – vom verlorenen Qualifikationsspiel zur WM 1990 in Wien bis zum endgültigen Abschied im September 1990 in Brüssel.
Matthias Sammer lacht in die Kamera, Eduard Geyer, dem damaligen Nationaltrainer, fällt das Lächeln schon etwas schwerer.
Wie der einstige DDR-Star Ulf Kirsten oder Andreas Thom, so hantieren die beiden mit zwei Nationaltrikots an Bügeln – dem blauen der Ex-DDR und dem schwarzrotgold-gestreiften Westdeutschlands.
Es geht glücklicherweise locker zu und weniger traurig in dem Erinnerungsfilm "Go West! – Die letzte Elf der DDR" (ab Freitag, 18.
September, im Stream) aus der Redaktion des ZDF-Sportstudios, obgleich da durchaus unterschiedliche Perspektiven aufeinanderprallen.
Trauer ist nirgends in diesem tollen Beitrag, noch nicht einmal zu viel Nostalgie.
Dafür sorgt natürlich auch der damals noch füllige Reiner Calmund, Schlitzohr heute wie gestern und immer für einen kessen Spruch auf den Lippen gut.
"Calli" erzählt hier erstmals frank und frei, wie er als Bayer Leverkusen-Manager just am 09.
November 1989 mit seiner Strategie zur Verpflichtung der besten DDR-Fußballer begann.
Mitarbeiter mussten per Holzcomputer die besten Spieler der DDR herausfiltern.
Völler diente als Maßstab.
Andreas Thom, vielfacher DDR-Torschütze, Ulf Kirsten und Matthias Sammer wurden zur Wahl des Augenblicks: "Unsere Nummern eins, zwei und drei." Zwei Agenten wurden ausgeguckt, in der DDR hätte man wahrscheinlich "Kundschafter" gesagt, deren einer (Norbert Ziegler) aus der Gegenwart seriös über das Vorgehen berichtet.
Der andere, inzwischen verstorben (Wolfgang Karnath), soll ein ebensolches Schlitzohr wie Calmund gewesen sein, geradezu eine Kopie desselben.
Umwerfend berichtet der ins Auge gefasste Sammer, wie er beim entscheidenden Qualifikationsspiel im Wiener Praterstadion (3:0 für Österreich) plötzlich neben ihm auf der Auswechselbank saß und ihm klarmachte, dass er und Leverkusen die ersten Anwärter für eine Übernahme seien.
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