Normaldruckhydrozephalus - Diese 3 Symptome deuten auf „Altershirndruck“ hin
Ältere Menschen, die unsicher gehen, vergesslicher werden und unter Blasenschwäche leiden, hören oft: „Das sind normale Alterserscheinungen“ – oder sogar Demenz. Doch hinter den Beschwerden kann eine ganz andere Erkrankung stecken, die oft behandelbar ist: der sogenannte Normaldruckhydrozephalus (NPH), auch als „Altershirndruck“ oder „Wasserkopf im Alter“ bekannt.
Dabei sammelt sich Nervenwasser im Gehirn, weil der Körper es nicht mehr richtig abbauen kann. Der Hirndruck bleibt meist normal, da sich die Hirnkammern langsam erweitern. Dennoch wird das umliegende Gehirngewebe belastet.
Mediziner sprechen von der sogenannten Hakim-Trias, drei Leitsymptomen, die einzeln oder gemeinsam auftreten können. Besonders häufig sind Gangstörungen. Betroffene gehen langsamer, kleinschrittiger oder breitbasiger. Manche wirken, als würden ihre Füße am Boden festkleben. Das Sturzrisiko steigt.
Auch geistige Veränderungen können auftreten. Denkgeschwindigkeit, Konzentration und Aufmerksamkeit lassen nach. Planungs- und Entscheidungsfähigkeit können beeinträchtigt sein. Viele Betroffene wirken antriebslos oder ziehen sich zurück. Auch das Gedächtnis kann nachlassen.
Ein weiteres häufiges Symptom ist eine Blasenfunktionsstörung. Zunächst kommt es meist zu starkem Harndrang, später oft zu ungewolltem Urinverlust.
Laut Schätzungen bleiben mehr als 80 Prozent der NPH-Fälle unerkannt oder unbehandelt. Die Beschwerden ähneln häufig Alzheimer , Parkinson oder normalen Alterserscheinungen. Schätzungsweise sechs Prozent aller Demenzfälle könnten tatsächlich auf einen Normaldruckhydrozephalus zurückzuführen sein.
Die Erkrankung tritt vorwiegend ab dem 70. Lebensjahr auf. Um NPH zu erkennen, machen Ärzte ein MRT oder CT und testen das Nervenwasser. Verbessert sich die Gehfähigkeit nach der Entnahme von Nervenwasser, gilt das als wichtiger Hinweis auf NPH.
Bestätigt sich die Diagnose, erhalten viele Patienten einen Shunt. Das dünne Schlauchsystem leitet überschüssiges Nervenwasser dauerhaft ab. Besonders die Gangstörungen bessern sich nach dem Eingriff häufig deutlich. Entscheidend für die Erfolgsaussichten ist vor allem, dass die Erkrankung früh erkannt und behandelt wird.
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