Fischerei im Wattenmeer: WWF legt Plan mit fischereifreien Zonen für SH vor
2025 endete ein Dialog zwischen Fischern, Naturschützern und Vertretern der Landesregierung in SH über die Zukunft der Krabbenfischerei im Wattenmeer ergebnislos.
Nun legt der WWF neue Pläne vor.
Ein gutes Jahr nach dem ergebnislosen Ende des Zukunftsdialogs Krabbenfischerei im schleswig-holsteinischen Wattenmeer legt die Umweltorganisation WWF einen Plan für fischereifreie Zonen vor. „Die Flächen sind so gewählt, dass die Fischereitätigkeit der Krabbenkutter in den schleswig-holsteinischen Küstengewässern um rund 25 Prozent beschränkt wird während zugleich besonders wertvolle Naturräume geschützt werden“, teilte der WWF mit.
Der Zukunftsdialog zwischen Krabbenfischern, Naturschützern und Landesregierung über die Fischerei im Nationalpark war im Sommer 2025 vorerst gescheitert - obwohl alle Seiten ihn als konstruktiv bezeichnet hatten.
Hauptgrund war, dass sich die beteiligten Gruppen nicht auf den erforderlichen Umfang neuer fischereifreier Gebiete im Nationalpark einigen konnten.
Die Gespräche sind seitdem nicht wieder aufgenommen worden.
WWF : Zustand der Küstengewässer besorgniserregend Der WWF fordert die Landesregierung nun auf, Regelungen für einen verbesserten Schutz der Unterwasserwelt zu erarbeiten.
Das sei dringend nötig, denn der ökologische Zustand der schleswig-holsteinischen Küstengewässer sei besorgniserregend, hieß es.
Eine unabhängige Untersuchung habe verdeutlicht, dass die mangelhaft geregelte Fischerei klare Defizite beim Schutz der Unterwasserwelt verursache. „Momentan bewirtschaftet die Krabbenfischerei den ständig wasserbedeckten Teil des Nationalparks flächendeckend mit Grundschleppnetzen“, sagte die WWF-Meeresschutzexpertin Catherine Zucco.
Die Unterwasserwelt bleibe nirgends ungestört. „Es fehlen Rückzugsräume, die die marine Artenvielfalt stärken und das Ökosystem gegen den Klimawandel wappnen.“ Nach Ansicht der Umweltorganisation ist die fast lückenlose Befischung mit dem Zweck eines Nationalparks nicht vereinbar.
Das schwebt der Umweltorganisation konkret vor Der WWF fordert, einen Mittelweg zu finden, so dass Naturschutz und traditionelle Fischerei nebeneinander Platz im Nationalpark haben.
Den Vorschlägen des WWF zufolge sollen 58 Prozent der derzeit von der Krabbenfischerei befischten Nationalparkbereiche künftig der Natur vorbehalten und nicht mehr befischt werden.
Damit Naturschutz wirken kann, braucht es demnach unbefischte Gebiete in ausreichender Größe, die vollständige Tidebecken mit ihren Prielen und küstenferne Gebiete umfassen. „Wo es möglich ist, beinhalten unsere Vorschläge ökologisch wertvolle Bereiche, die derzeit dünn befischt werden“, sagte Zucco.
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