Chinas Energiehunger: In Tibet entsteht das gigantischste Wasserkraftwerk der Welt
Das größte Elektrizitätswerk der Welt entsteht derzeit in einer abgelegenen Region Tibets nahe der chinesisch-indischen Grenze.
Mit einer geplanten installierten Leistung von rund 60 Gigawatt soll das Projekt am Unterlauf des Yarlung Tsangpo fast die dreifache Kapazität der Drei-Schluchten-Talsperre erreichen – des bislang größten Wasserkraftwerks der Welt.
Die Umsetzung dieses Megaprojekts wird voraussichtlich gut zwei Jahrzehnte dauern.
Chinesische Medien sprechen von einem Jahrhundertprojekt der Infrastrukturentwicklung.
Doch so beeindruckend die Dimensionen sind, so umstritten ist das Vorhaben.
Vor allem über die möglichen Umweltfolgen regt sich international Besorgnis.
Wasserkraft gehört zu den ältesten Technologien der Stromerzeugung.
Wasserkraftanlagen nutzen das natürliche Gefälle von Flüssen und das durchströmende Wasser, um elektrische Energie zu erzeugen.
Seit mehr als 150 Jahren liefern Wasserkraftwerke einen zentralen Beitrag zur Energiesicherheit vieler Länder.
Weil bei der Stromproduktion aus Wasserkraft keine fossilen Energieträger verbrannt werden, entstehen vergleichsweise geringe CO 2 ‑Emissionen.
Wasserkraft gilt als bewährte und klimafreundliche Energiequelle.
Gleichzeitig steht sie seit Jahrzehnten in der Kritik: Der Bau von Staudämmen, Wehren und Speicherseen stört die Ökosysteme im und am Fluss.
Das wirkt sich auch auf die Menschen aus, die am und vom Fluss leben.
Weltweit sind heute schätzungsweise mehr als 7000 große Wasserkraftanlagen in Betrieb ; für etwa 3700 weitere solche Projekte existieren konkrete Ausbaupläne.
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