Flávio Bolsonaro: Brasiliens Justiz ermittelt gegen Präsidentschaftskandidat
Gegen den rechtsgerichteten brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Flávio Bolsonaro ermittelt die Justiz wegen des Verdachts der Korruption und Geldwäsche. Das geht aus einem Gerichtsdokument hervor, das nun – 23 Tage vor der Wahl – publik wurde. Demnach beziehen sich die bereits seit Juli laufenden Ermittlungen auf die Finanzierung des Dokumentarfilms »Dark Horse« über den früheren rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro , den Vater von Flávio Bolsonaro.
Bei der Wahl am 4. Oktober tritt Senator Flávio Bolsonaro gegen den linksgerichteten Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva an. Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus.
Der 45-jährige Senator hatte im Mai eingeräumt, den inzwischen inhaftierten Banker Daniel Vorcaro um Millionensummen zur Finanzierung des Films gebeten zu haben. Er bestritt jedoch, dass es dabei Gesetzesverstöße gegeben habe. Vorcaro befindet sich seit November vergangenen Jahres wegen des Verdachts auf milliardenschweren Finanzbetrug durch sein später insolventes Bankhaus Master in Haft.
Das noch nicht veröffentlichte Biopic »Dark Horse« zeichnet ein positives Bild von Ex-Präsident Bolsonaro, der vom US-Schauspieler Jim Caviezel (»Person of Interest«, »Die Passion Christi«) verkörpert wird, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Es besteht demnach auch der Verdacht, dass zur Finanzierung des Films öffentliche Gelder in Millionenhöhe veruntreut wurden. Am Donnerstag hatte die Polizei deswegen zahlreiche Objekte durchsucht. Nach Angaben der Bundespolizei wurden 49 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sind in den Skandal Beamte der Zentralbank, Politiker und auch Mitglieder des Obersten Gerichtshofs verwickelt. Die Enthüllungen stürzen die brasilianischen Institutionen demnach wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl in eine tiefe Krise.
4 Min Zur Merkliste hinzufügen Präsidentschaftswahl im Oktober: Lula und Bolsonaro-Sohn erklären den Wahlkampf in Brasilien für eröffnet 3 Min Zur Merkliste hinzufügen 3 Min Zur Merkliste hinzufügen Vor Präsidentschaftswahl in Brasilien: Lula droht Ärger wegen Hommage auf Karnevalsumzug 2 Min Zur Merkliste hinzufügen 2 Min Zur Merkliste hinzufügen Das Oberste Gericht hatte den ultrarechten Ex-Staatschef Jair Bolsonaro vor einem Jahr wegen eines geplanten Umsturzes zu gut 27 Jahren Haft verurteilt. Er wurde schuldig gesprochen, eine »kriminelle Organisation« angeführt zu haben, um seine 2022 erlittene Wahlniederlage gegen seinen Nachfolger Lula zu kippen. Jair Bolsonaro befindet sich im Hausarrest.
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