Sicherheit auf dem Oktoberfest - So reagiert die Polizei auf die Drohnen-Gefahr
München – Millionen Besucher, Festzelte, Achterbahnen. Vor dem Oktoberfest rückt die Gefahr durch Drohnen stärker in den Fokus der Sicherheitsbehörden. Münchens Vize-Polizeipräsident Christian Huber erklärt, wie die Polizei das Volksfest vor Drohnen schützen will. Aber geht das überhaupt?
Wie kompliziert die Drohnenabwehr geworden ist, zeigt der Fall Leipzig: Nach einem BKA-Bericht wurde die am Flughafen Leipzig /Halle gefundene Drohne über Internet bzw. Mobilfunk gesteuert. Zusätzlich deutete eine sichergestellte Antennenkonstruktion auf eine mögliche weitere Drohne hin – gesteuert über das ELRS-Protokoll bei 915 Megahertz.
Brisant: ELRS ist ein aus dem FPV-Racing-Bereich stammendes Funkprotokoll, das in Europa üblicherweise auf 868 MHz statt 915 MHz läuft. Die Nutzung der in Deutschland unüblichen Frequenz nährt den Verdacht, dass hier gezielt außerhalb gängiger Überwachungsbänder operiert wurde, um einer Entdeckung zu entgehen. Mittels „Software Defined Radio“ (SDR) lassen sich nahezu beliebige Frequenzen für die Steuerung nutzen.
Was bedeutet das für die Drohnenabwehr am Oktoberfest ? Huber will nicht ins Detail gehen. „Das sind Punkte, die der Einsatztaktik unterliegen. Wir können und wollen nicht darüber sprechen“, so der Polizeivize. Auf BILD-Nachfrage erklärt er: „Wir sind meines Erachtens gut aufgestellt. Der Drohnenmarkt ist sehr schnelllebig in der Entwicklung. Es wäre blauäugig, zu sagen, alle Systeme auf dem Schirm zu haben.“
Fest steht laut den Erkenntnissen aus Leipzig : Klassische Detektionssysteme, die auf bekannte Frequenzbänder ausgelegt sind, könnten bei Mobilfunk- oder SDR-gesteuerten Drohnen an ihre Grenzen stoßen. Hinzu kommt: Bei einer Mobilfunksteuerung muss sich der Pilot nicht einmal in der Nähe des Festgeländes aufhalten – eine stabile Internetverbindung reicht theoretisch aus.
Ein Polizist zu BILD: „Gegen Drohnen solcher Art sind wir quasi machtlos. Selbst die Ukraine oder Russland schaffen es nicht, alle Drohnen abzuwehren. Und die sind mittlerweile im fünften Kriegsjahr. Harmlosere Drohnen aus dem Handel – wie DJI-Produkte – sind meistens problemlos abzuwehren. Von ihnen geht in der Regel aber auch keine Gefahr aus.“
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