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Wie Afrika mit kolonialen Stereotypen aufräumt

Deutsche Welle ·

Es war ein Riesenerfolg, den die Gruppe afrikanischer Staaten Anfang September bei der UN-Vollversammlung in New York erreichte: 164 Staaten sprachen sich mit einer Resolution dafür aus , dass die jahrhundertealte Mercator-Projektion nicht mehr der Standard für Weltkarten sein soll. Stattdessen sollen überall, wo dies geboten ist, flächentreue Darstellungen wie die "Equal-Earth-Map" zum Einsatz kommen. Togos Außenminister Robert Dussey, der die Kampagne "Correct the Map" im Namen der Afrikanischen Union bei den Vereinten Nationen eingebracht hatte, sprach im DW-Interview von einem "Gefühl von Stolz".

"Endlich ist Afrika dabei, sich seinen Platz in der Gemeinschaft der Nationen zu erkämpfen", so Dussey im DW-Interview. "Der Platz, der Afrika bis heute zugestanden wird , ist ungerecht. Er entspricht nicht der Realität - weder historisch noch geographisch oder wirtschaftlich."

Dussey macht damit deutlich: Die Diskussion um die Weltkarte schlägt eine Brücke von (scheinbar faktischem) Wissen zu Kultur, Identität - und tatsächlicher politischer und wirtschaftlicher Macht. Das zeigt sich auch in der einzigen Gegenstimme (neben einzelnen Enthaltungen) bei der Abstimmung: Die kam aus den USA, die unter Präsident Donald Trump selbst sehr stark auf Symbolpolitik setzt, wenn sie etwa den Golf von Mexiko in "Golf von Amerika" und den Ontario-See in "Lake America" umbenennt.

Die Resolution steht im Kontext einer größeren, weltweiten Entwicklung, wie der französische Historiker Romain Tiquet im DW-Gespräch erklärt. "Seit Ende der 2000-er, Anfang der 2010-er Jahre gibt es eine Menge Debatten über die Dekolonisierung des Wissens - in den Universitäten, Museen und kulturellen Einrichtungen , in den Bewegungen und der Zivilgesellschaft", so Tiquet, der am Pariser Institut des mondes africains (IMAF) forscht. Dort würden viele Fragen gestellt: "Wer hat die Kategorien festgelegt, in denen wir die Welt denken? Von welchen Orten ausgehend? Und welche Machtverhältnisse ergeben sich daraus? Und die Frage der Kartographie passt genau dort hinein."

Noch ein Punkt auf der Agenda afrikanischer Staaten: Die Schulsysteme vom kolonialen Einfluss zu befreien. Hier gab es in den letzten Jahren Bewegung - bisweilen ausgelöst durch politische Entwicklungen. So entschied die Regierung Malis im Oktober 2025, die französische Geschichte aus der Schulbildung zu verbannen: Die Französische Revolution soll dort nicht mehr unterrichtet werden, stattdessen soll es nun mehr um Mali und die alten westafrikanischen Königreiche gehen.

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5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.dw.com — der Inhalt gehört Deutsche Welle.

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