Vor dem Berufungsprozess - Marius Borg Høiby wechselt Anwälte aus
Oslo (Norwegen) – Überraschung im Fall Marius Borg Høiby (29). Der Skandalsohn von Norwegens Königin Mette-Marit (53) wurde im Juni wegen einer langen Reihe von Straftaten zu vier Jahren Haft verurteilt. Anschließend legte er in drei der Fälle Berufung ein. Der Berufungsprozess beginnt am 9. Februar 2027. Nun wurde bekannt: Marius hat sein Anwaltsteam ausgetauscht.
In Zukunft wird er von den Anwälten Alexander Greaker (35) und Daniel Storrvik (36) vertreten. Damit wechselt er bereits zum zweiten Mal die Anwälte. In der Anfangsphase wurde er von Øyvind Bratlien vertreten, aber bereits vor dem Prozess übernahmen die Anwälte Ellen Holager Andenæs (79) und Petar Sekulic (54).
Marius Borg Høiby war u.a. in vier Fällen von Vergewaltigung angeklagt, in zwei Fällen wurde er freigesprochen, in zwei verurteilt. Das Gericht sah es u. a. als erwiesen an, dass er seine Ex Nora Haukland (29) misshandelt hatte. Marius hat gegen die Teile des Urteils, die sich auf die beiden Vergewaltigungen und auf die Misshandlung beziehen, Berufung eingelegt. Die neuen Anwälte von Marius teilten am Donnerstagvormittag in einer Pressemitteilung mit: „Die Kanzlei Greaker X Storrvik bestätigt, dass die Anwälte Alexander Greaker und Daniel Storrvik die Verteidigung für Marius Borg Høiby übernommen haben.“
Marius hatte von Anfang an alle Vergewaltigungsvorwürfe zurückgewiesen. Er weist auch zurück, seine damalige Freundin Nora Haukland jemals misshandelt zu haben. Anwalt Alexander Greaker gegenüber der Zeitung „VG“: „Das Urteil soll nicht neu überprüft werden, es geht um die Anklagepunkte in der Anklageschrift.“ Wichtig sei hier vor allem die Unschuldsvermutung. Deshalb will das neue Anwaltsteam auch neue Zeugen aufrufen. Auf weitere Einzelheiten wollte der Anwalt nicht eingehen. Aber er fügte noch hinzu: „Es ist ganz normal, dass ein Angeklagter eine neue Perspektive und möglicherweise eine neue Strategie möchte.“
Interessant: Alexander Greaker war der erste Anwalt, den Marius nach seiner ersten Festnahme im August 2024 anrief. Der Anwalt konnte das Mandat aber nicht übernehmen. Warum Marius damals bei ihm anrief, wollte Greaker nicht sagen („Kein Kommentar“).
Alexander Greaker wurde in diesem Jahr von der Fachzeitschrift „Kapital Jus“ zum „vielversprechenden Talent“ im Wirtschaftsstrafrecht ernannt, auf einer Top-Ten-Liste erreichte er den Spitzenplatz. Er war bereits in einigen großen Strafverfahren aktiv. Außerdem hat er bereits einen nahen Bekannten von Marius verteidigt, der im Marius-Strafprozess für ihn aussagte.
Marius wurde am 15. Juni verurteilt , blieb aber weiterhin in U-Haft, da das Urteil bis zum Berufungsprozess nicht rechtskräftig ist. Außerdem befürchtet die Polizei, er könne bei Freilassung ein bestehendes Kontaktverbot zu seiner Ex ignorieren. Seit dem 14. Juli kann er die U-Haft mit Fußfessel in seinem Haus auf Gut Skaugum verbringen.
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