Laut Studie - Arthritis-Medikament kann Haare wieder wachsen lassen
Ein Medikament gegen Arthritis könnte Menschen mit kreisrundem Haarausfall neue Hoffnung machen. In einer großen Studie wuchsen bei vielen Patienten so viele Haare nach, dass mindestens 80 Prozent der Kopfhaut wieder bedeckt waren.
In Deutschland sind schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen von kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) betroffen. Die entzündliche Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, besonders häufig bei Kindern und jungen Erwachsenen. Die Ursachen sind noch weitgehend unerforscht.
US-Forscher des „Brigham and Women’s Hospital“ in Boston untersuchten 1.399 Teilnehmer mit einer starken Ausprägung von Alopecia areata. Darunter waren 1.281 Erwachsene und 118 Jugendliche zwischen 12 und 64 Jahren.
Die Teilnehmer erhielten über 24 Wochen entweder 15 oder 30 Milligramm Upadacitinib. Der Wirkstoff hemmt Entzündungen im Körper und wird normalerweise bei Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis , Colitis ulcerosa, Morbus Crohn und atopischer Dermatitis eingesetzt.
Die Ergebnisse: Bei 45 Prozent der Probanden mit der 15-mg-Dosis wuchs so viel Haar nach, dass mindestens 80 Prozent der Kopfhaut bedeckt waren. Bei der 30-mg-Dosis waren es 55 Prozent. Auch Augenbrauen und Wimpern verbesserten sich bei den meisten Teilnehmern.
„Das oberste Ziel der Behandlung von Alopecia areata ist nicht nur eine höhere Haardichte, sondern auch die Wiederherstellung des Selbstvertrauens und der Lebensqualität der Patienten“, erklärt Studienerstautor Arash Mostaghimi. Laut dem Forscher wurde Upadacitinib in Europa bereits für die Behandlung von schwerer Alopecia areata zugelassen.
Noch fehlen Daten zur langfristigen Wirksamkeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit der Therapie. Deshalb wird die Studie um weitere 28 Wochen verlängert. Die Forscher wollen zudem herausfinden, welche Dosis optimal wirkt und gleichzeitig für eine Langzeiteinnahme sicher ist.
Bei rund fünf Prozent der Patienten traten bisher vor allem Infektionen der oberen Atemwege, Akne, erhöhte Blutkreatinphosphokinase und grippale Infekte auf. Ob das direkt mit Upadacitinib zusammenhängt, lässt sich nicht sagen.
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