Räuber aus Madagaskar - Darum tötet die Fossa ganze Hühnerbestände
Sie sieht aus wie eine Mischung aus Katze und Marder und ist das größte Raubtier Madagaskars: die Fossa. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Lemuren, aber auch Reptilien, Frösche und Insekten. Manchmal dringt das Tier jedoch in Hühnerställe ein und tötet dort deutlich mehr Beute, als es anschließend frisst.
Fachleute sprechen bei diesem Verhalten von „Surplus Killing“, also Überschuss-Töten, schreibt PETBOOK . Dahinter steckt keine unnötige Grausamkeit, sondern ein Jagdinstinkt, der auch bei Füchsen, Mardern und Wölfen vorkommt.
Können die Hühner in einem Stall nicht entkommen, lösen ihre hektischen Bewegungen immer wieder den Jagdreflex der Fossa aus. Das Raubtier greift deshalb ein Tier nach dem anderen an, obwohl sein Hunger längst gestillt sein kann.
Eine Studie mit fast 1750 Haushalten auf Madagaskar zeigte, welche Folgen solche Angriffe haben können. Viele Befragte berichteten, dass Fossas nach dem Eindringen in einen Stall den gesamten Hühnerbestand töteten, aber nur einen Teil der Beute fraßen. Für betroffene Familien kann ein einziger Angriff damit den Verlust aller Tiere bedeuten. Das erklärt auch, warum Fossas vielerorts einen schlechten Ruf haben.
Normalerweise leben Fossas zurückgezogen in den Wäldern Madagaskars. Sie durchstreifen große Reviere und haben es nicht gezielt auf Hühnerställe abgesehen. Doch immer mehr Waldflächen verschwinden durch Abholzung, Landwirtschaft und Siedlungen. Dadurch schrumpfen die Jagdreviere, während natürliche Beutetiere knapper werden. Hühnerställe am Waldrand bieten dagegen leicht erreichbare Nahrung.
Fossas sind geschickte Kletterer. Scharfe Krallen, bewegliche Gelenke und ein fast körperlanger Schwanz helfen ihnen dabei, Lemuren bis in die Baumkronen zu verfolgen. Die Tiere können sogar kopfüber an Stämmen hinabklettern. Außerdem sind sie gute Schwimmer und durchqueren bei Bedarf Flüsse.
Eine ausgewachsene Fossa erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 70 bis 90 Zentimetern und wiegt meist zwischen 5,5 und 15 Kilogramm. Ihr langer Schwanz dient beim Klettern als Balancierhilfe.
Dass Fossas manchmal mehr Beute töten, als sie fressen können, macht sie also nicht zu blutrünstigen Killern. Das Verhalten entsteht durch ihren Jagdinstinkt und bringt die Raubtiere vor allem dort mit Menschen in Konflikt, wo ihr natürlicher Lebensraum zunehmend verloren geht.
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