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Top-Uni hat nachgerechnet - CO2-Knall! EU-Plan für E-Autos geht nicht auf

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Top-Uni hat nachgerechnet - CO2-Knall! EU-Plan für E-Autos geht nicht auf

München – Brüssels CO 2 ‑Rechnung ist falsch – und könnte die Autoindustrie mit ihren Regeln sogar in die falsche Richtung lenken! Zu diesem brisanten Ergebnis kommen die Forscher der Münchner Top-Uni TUM in ihrer jetzt vorgestellten Studie. Schon vorab hatte BILD über die Analyse berichtet: E-Autos sind entgegen der EU-Rechnung über ihren gesamten Lebenszyklus nicht CO 2 ‑frei. Jetzt legen die Wissenschaftler nach.

Der wohl explosivste neue Befund: Die EU rechnet für 2030 durch den Umstieg auf Elektroautos mit 188 Millionen Tonnen CO 2 ‑Einsparung. Eine von der TUM ausgewertete Studie kommt dagegen nur auf rund 80 Millionen Tonnen. Eine gewaltige Differenz von 108 Millionen Tonnen! Heißt: Selbst wenn der Anteil der E-Autos bis 2030 wie von der EU geplant stark steigt, wird das Pkw-Klimaziel deutlich verfehlt.

Und genau hier setzen die TUM-Professoren an: Sie fordern eine neue EU-Regulierung, die nicht nur den Auspuff, sondern den gesamten CO 2 -Fußabdruck eines Autos berücksichtigt. Denn bislang werden Emissionen aus Herstellung, Stromerzeugung und Recycling kaum berücksichtigt, so die Forscher bei der Studienvorstellung in München.

Die TUM wertete 19 Studien mit 47 Szenarien aus. Ergebnis: E-Autos verursachen im Schnitt 41 Prozent weniger CO 2 als Verbrenner. Je nach Herstellung und Strommix reicht die Bilanz aber von 89 Prozent weniger bis zu 21 Prozent mehr Emissionen.

Besonders sauer stößt den Professoren auf, dass die bisherige Regulierung klimafreundliche Produktion kaum belohnt. Ein Hersteller kann nahezu CO 2 ‑freien Stahl verwenden. Ein Zulieferer kann die Batterieproduktion klimafreundlicher machen. Ein Recyclingunternehmen kann wertvolle Rohstoffe zurückgewinnen. Für die entscheidende EU-Kennzahl verbessert sich dadurch bislang nichts.

Ist das Verbrenner-Aus aus Sicht der Forscher also falsch? Auf BILD-Nachfrage sagte TUM-Präsident Thomas Hofmann, ein Ausstieg aus einer Technologie nur aufgrund eines einzelnen Punktes, sei „sicherlich nicht der richtige Weg“. Denn dadurch würde automatisch in diesem Bereich keine Forschung und Innovation mehr stattfinden.

Seine Forderung: „Technologieoffenheit“, um der Industrie nicht Innovationsmöglichkeiten zu nehmen. Die Forscher sagen deshalb: Das E-Auto bleibt Teil der Lösung. Aber E-Auto ist nicht gleich E-Auto. TUM‑Professor Johannes Fottner: „Wir wollen das gute Elektroauto vom schlechten Elektroauto unterscheiden.“

Der Zeitplan der Forscher: Bis 2029 sollen die Hersteller entsprechende Daten über den gesamten Lebenszyklus ihrer Fahrzeuge erfassen. Danach sollen diese Daten schrittweise in die EU-Bewertung einfließen. Ab 2032 soll ein verbindlicher Standard gelten, der den gesamten Lebenszyklus des Autos berücksichtigt. Dabei soll kein neuer Bürokratie-Moloch entstehen. Die TUM will bestehende Daten und EU-Regeln nutzen und die Berechnung standardisieren.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Im Herbst stehen entscheidende EU-Beratungen an. Mit dem „Automotive Package“ soll unter anderem die CO 2 -Regel für Neuwagen geändert werden.

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