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Deutschland

"Dann kannst du zumachen": Der WM-Erfolg macht das Dilemma der DBBL sichtbar

n-tv ·
"Dann kannst du zumachen": Der WM-Erfolg macht das Dilemma der DBBL sichtbar

Zehn Tage Ausnahmezustand sind gestern in Berlin mit dem Finale zwischen Frankreich und den USA zu Ende gegangen. Auch am Finaltag waren noch einmal über 12.000 Fans in der ausverkauften Uber Arena, um höchstes Niveau auf dem Parkett sehen. Insgesamt strömten während des gesamten Turniers 236.015 Fans in die Berliner Hallen, der bisherige Rekord (145.519) wurde pulverisiert.

Die WM hat gezeigt, dass Frauen-Basketball längst auch in Deutschland Hallen füllen kann. Junge Mädchen und Jungs liefen mit den Trikots von Leonie Fiebich, Marie Gülich, Nyara Sabally oder Frieda Bühner durch die Arenen. Auf den Tribünen saßen Bundeskanzler Friedrich Merz, NBA-Legende Dirk Nowitzki sowie Welt- und Europameister Dennis Schröder.

Dem deutschen Liga-Alltag wird diese Aufmerksamkeit allerdings noch nicht zuteil. Während sich die Nationalmannschaft sportlich in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt hat, kämpft die deutsche Frauen-Basketball-Bundesliga (DBBL) noch mit "semiprofessionellen Strukturen", wie Olaf Lange, Bundestrainer der deutschen Frauen, sie bezeichnet. Wenn einen Tag nach dem Finale langsam Ruhe in Berlin einkehrt, stellt sich deshalb die Frage: Was bleibt von dieser WM für den deutschen Frauen-Basketball?

Seit 2023 verfolgt die DBBL einen öffentlich kommunizierten Professionalisierungsprozess. Perspektivisch soll die Liga auf 14 Mannschaften wachsen. Die Realität sieht derzeit anders aus: Vor der vergangenen Saison schrumpfte die Liga von zwölf auf zehn Teams. Auch in der kommenden Spielzeit, die am 30. September beginnt, bleibt es bei dieser Zahl.

Die Folge: Bestimmte Mannschaften treffen in der Liga-Phase viermal aufeinander. Das gibt es zwar auch in den US-Profiligen NBA und WNBA, dort locken aber etliche Superstars selbst beim vierten Duell noch Fans in die Hallen. Dazu kommt, dass Basketball in den USA einen deutlich höheren Stellenwert als in Deutschland genießt. Für Ulrike Wölfel, Geschäftsführerin der halfit Lions, einem der zehn Erstliga-Vereine, verlieren Duelle mit den ewig gleichen Gegnern irgendwann an Reiz. "Diese regionalen Spiele, die jetzt stattfinden, dass man halt viermal gegen den Gleichen spielt, ist dann irgendwann für den Zuschauer auch nicht mehr so attraktiv", sagt sie gegenüber ntv.de. Noch weiter dürfe die Liga aus ihrer Sicht nicht schrumpfen: "Da kannst du ja dann zumachen."

DBBL-Geschäftsführer Anton Hefele betont auf Anfrage, darin keinen Grund zu sehen, vom eingeschlagenen Weg abzuweichen. Die neuen Standards seien gemeinsam mit allen Erstligisten beschlossen worden und notwendig, um die Liga weiterzuentwickeln. Mehrere Zweitligisten hätten zudem signalisiert, in den kommenden ein bis drei Jahren aufsteigen zu wollen. Die aktuelle Ligagröße sei deshalb Teil eines Übergangsprozesses.

Wie groß derzeit der Schritt aus der zweiten in die erste Liga ist, zeigt das Beispiel der VfL VIACTIV-AstroLadies Bochum. Die Mannschaft hatte sich in den vergangenen beiden Jahren trotz sportlicher Qualifikation gegen den Aufstieg entschieden.

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