„Fürchte, es kommt nach Deutschland“ - Türsteher warnt vor Spritzen-Attacken auf Festival
Man mag sich das Gefühl nicht einmal vorstellen. Ein kleiner Piks in den Arm oder das Bein – doch nicht etwa beim Arzt, sondern von einem Fremden mitten auf einem Festival-Gelände.
In Frankreich kam es vor wenigen Tagen zu einer Serie von Spritzen-Attacken. 145 Frauen wurden beim Musikfestival „Fête de la Musique“ zu Opfern. Offenbar hatte es vorher Aufrufe zu den Attacken in den sozialen Netzwerken gegeben. Wer dahintersteckte, ist bislang unklar.
Zwölf Verdächtige wurden festgenommen. Was genau in den Spritzen war, sollen toxikologische Untersuchungen klären. Jetzt könnte auch in Deutschland die Angst umgehen: Müssen Festival-Gäste auch hier Spritzen-Attacken fürchten?
„Ich fürchte, dass es in diesem Sommer auf deutschen Festivals mehr Fälle von Spritzen-Attacken geben wird. „ K.-o.-Tropfen in Getränken kennen wir schon lange, aber die Spritzen sind ein neues Level“, sagt Kölns Türsteher-Legende Ramon Ademes (56, bekannt aus „Unter Uns“).
Das Schlimme sei, dass sich potenzielle Opfer nicht davor schützen können. Ademes: „Wenn man den Piks merkt, ist es schon zu spät. Oft denkt man anfangs auch an gar nichts Schlimmes, vermutet vielleicht einen Mückenstich. Wenn man aber merkt, dass man gepikst wurde, muss man schnell handeln.“
Sein Rat: Auf keinen Fall sollte man sich nach einem Stich an Fremde wenden – im schlimmsten Fall treffe man dabei auf den Täter selbst. Besser: „Betroffene sollten sofort Hilfe bei Freunden, Securitys oder Sanitätern suchen.“
Auch Securitys machen die Spritzen-Attacken zu schaffen, weil sie im Vorfeld kaum zu verhindern sind. Ademes: „Ein Problem ist, dass man bei der Einlass-Kontrolle fast machtlos gegen Spritzen ist. Die sind schnell in der Unterhose versteckt oder anderen Orten, wo sie nicht auffallen. Natürlich kontrollieren wir immer scharf, aber Wege vorbei an der Kontrolle gibt es leider immer.“
Auch die Polizei gibt Tipps, wenn man K.-o.-Tropfen – auf welche Art auch immer – verabreicht bekommen hat. So soll man sofort einen Arzt aufsuchen, da die Tropfen nur wenige Stunden lang im Blut oder Urin nachgewiesen werden können.
Außerdem sollte Anzeige erstattet werden, heißt es von der Polizei in Nordrhein-Westfalen: „Das Betäuben mit K.-o.-Tropfen stellt eine gefährliche Körperverletzung gemäß § 224 des Strafgesetzbuchs (StGB) dar und kann mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren bestraft werden. Das setzt voraus, dass bei der Polizei Strafanzeige erstattet wird und möglichst schnell Blut und Urin auf K.-o.-Tropfen untersucht werden.“
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