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Mehr Kontrolle, alte Probleme: EA FC 27 ist ein Spiel mit zwei Gesichtern

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Mehr Kontrolle, alte Probleme: EA FC 27 ist ein Spiel mit zwei Gesichtern

Mehr Eigenverantwortung, präzisere Aktionen und weniger monotone Partien: Auf dem Rasen gelingt EA mit FC 27 ein spürbarer Schritt nach vorn. Abseits davon soll "The Grounds" begeistern, schafft das aber nicht.

Große Versprechen macht EA Sports erst gar nicht. Keine Slogans zu Innovationen bei der Fußball-Simulation FC 27, keine “Revolutionen” und inflationär genutzten Superlative. Der kanadische Entwickler schraubt an vielen kleinen Stellen - und trifft auf dem Rasen oft die richtige Entscheidung. EA FC 27 spielt sich präziser und fordert mehr Eigeninitiative. Die größte Neuerung mit einer Open World für den Pro Clubs Modus ist dagegen weniger ausgefeilt als erhofft.

Wer sich an FC 27 versucht, merkt schnell, dass vor allem in der Defensive wenig Platz für individuelle Fehler ist. Computergesteuerte Mitspieler halten ihre Positionen, greifen aber nicht mehr zuverlässig von allein ein. Wer den Ball erobern will, muss den passenden Verteidiger auswählen, Laufwege zumachen und den Zweikampf selbst führen. Das erhöht zwar die Skill-Gap - gute Spieler werden stärker belohnt -, die gehobene KI-Hilfe in der Verteidigung hat jedoch in den letzten Jahren regelmäßig dazu geführt, dass sich ganz bestimmte Erfolgsmuster durchsetzen und das Spiel monoton wurde. Risikomanagement ist nun angesagt: Es braucht ein gutes Gespür, wann der Gegner attackiert, gelockt oder gefoult werden muss.

Das kann gnadenlos sein, tut FC 27 aber gut. Erfahrene Spieler erhalten mehr Möglichkeiten, sich von weniger geübten Gegnern abzusetzen. Gleichzeitig fühlt sich nicht mehr jede Partie wie die Wiederholung der vorherigen an. Fehlerfrei arbeitet die KI deshalb noch lange nicht. Immer wieder bleiben Mitspieler zu passiv oder öffnen Räume, die eigentlich längst hätten geschlossen werden müssen.

Auch mit dem Ball ist mehr Aufmerksamkeit gefragt. Schlampige Pässe landen häufiger beim Gegner, ungenaue Kopfbälle beim Torwart und überhastete Abschlüsse neben dem Kasten. Dafür reagieren die Profis spürbar direkter auf Eingaben. Besonders kräftige Angreifer verlieren nach einem Kontakt nicht sofort die Kontrolle; sie kommen ins Straucheln, aber können die Aktion fortsetzen. Dazu kommen variablere Laufwege, die neue Lücken in der gegnerischen Abwehr öffnen.

Überhaupt sehen viele Spielsituationen natürlicher aus. Der Ball springt nach Zweikämpfen nicht mehr ganz so häufig wie eine Flipperkugel durch die Gegend. Und wenn sich ein Stürmer mit etwas Glück durch zwei Verteidiger kämpft, wirkt das eher wie eine unübersichtliche Fußballszene als wie ein vom Spiel erzwungenes Ergebnis.

Gewöhnungsbedürftig sind die neuen Eckbälle. Bevor die Flanke unterwegs ist, übernimmt man einen Spieler im Strafraum und versucht, ihn in eine gute Abschlussposition zu bringen. Das bremst den Ablauf zunächst etwas aus. Wer die Steuerung beherrscht, kann Standards dafür gezielter vorbereiten und deutlich mehr Varianten ausprobieren.

Abseits des Rasens will EA mit "The Grounds" den großen Sprung machen. Der Pro-Clubs-Modus steckt nun in einer offenen Online-Welt, in der Kleinfeld- und verschiedene Geschicklichkeitsspiele warten. Das klingt nach einem lebendigen Treffpunkt für Fußballfans.

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