Tschechiens Regierung beruft für heute "Dürre-Gipfel" ein
Landwirte fordern Hilfen Tschechiens Premier macht Dürrefolgen zur Chefsache Stand: 17.08.2026 • 02:53 Uhr
Der tschechische Premier Babiš hat für heute einen "Dürre-Gipfel" einberufen. Er reagiert damit auf wachsenden Druck insbesondere von Bauern. Die Opposition wirft ihm vor, lediglich Symbolpolitik zu betreiben.
Es war ein ungewöhnliches Fernsehbild: Sommeridylle am Slapy-Stausee südlich von Prag - und mittendrin Premier Andrej Babiš. Während Badegäste durchs Bild stapfen, spricht Babiš im T-Shirt ins Mikrofon - und kündigt, im Kontrast zur sommerlich-lässigen Kulisse, ernste Maßnahmen gegen die Dürre an.
"Wir wollen Projekte zur Speicherung von Wasser priorisieren. Der Umweltminister wird ein spezielles Gesetz vorlegen, das konkret 20 Stauseen benennen soll", erklärt Babiš. Das Wasser müsse zum Gegenstand des öffentlichen Interesses werden: "Seit der Wendezeit haben wir in Tschechien leider keinen einzigen Staudamm gebaut." Drei Talsperren gelten als besonders prioritär. "Und es ist wichtig, dass genug Mittel dafür eingeplant werden - für Dürre-Projekte und für die Staudämme."
Vier Milliarden Kronen, umgerechnet gut 160 Millionen Euro, will Babiš dafür bereitstellen. Das Geld soll nicht nur in neue Talsperren fließen, sondern auch in kleinere Speicher und Teiche, in Bewässerungsprojekte, den Wasserrückhalt in der Landschaft - und in besser vernetzte Wasserversorgungssysteme.
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Heute will das Kabinett außerdem die Nationale Koalition gegen die Dürre wieder einsetzen. In dem Gremium sollen Minister, Fachleute sowie Vertreter von Regionen und Gemeinden Gegenmaßnahmen koordinieren. Erstmals zusammengekommen war die Koalition 2018 - nach einem besonders heißen und trockenen Frühjahr.
Umweltminister damals war Richard Brabec. Er stand bei der Pressekonferenz an der Seite von Babiš. "Seit dem Jahr 2018 hat sich eine Menge getan. Es wurden Tausende konkreter Projekte umgesetzt - seien es kleine Maßnahmen zur Wasserspeicherung oder auch die Anbindung Hunderttausender Menschen an leistungsfähige Wasserversorgungsnetze", sagt der ehemalige Umweltminister.
Zuvor seien Hunderte Gemeinden plötzlich ohne Wasser gewesen, so Brabec. "Diese Nationale Koalition hat ihre Aufgabe also zweifellos erfüllt, aber die Dürre ist wiedergekommen - und zwar in einer Form, die noch schwerwiegender ist als im Jahr 2018."
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Die Regierung will also an die damaligen Maßnahmen anknüpfen - und auch ihre Finanzplanung überprüfen. Landwirtschaftsminister Martin Šebestyán kündigt an, neben dem Haushalt auch EU-Fördergelder in den Blick zu nehmen: "Wir werden uns nun erneut mit dem Haushalt für das Jahr 2027 befassen, sowie natürlich auch mit dem für das Jahr 2028. Gemeinsam mit dem Umweltministerium wollen wir nach Mitteln aus den europäischen Fonds suchen, um die Dürre in der Tschechischen Republik in der Zukunft zu bekämpfen."
Tschechien erlebt bislang eines der trockensten Jahre seit den 1960er-Jahren.
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