Laut Ex-Ballettänzerin - 3 Übungen, die meinen Körper an seine Grenzen bringen
Zehn Jahre lang habe ich als Tänzerin am Friedrichstadt-Palast in Berlin trainiert. Bewegung, Körperspannung und schweißtreibendes Training gehörten für mich zum Alltag. Heute stehe ich nicht mehr täglich im Tanzstudio. Einige Übungen von damals begleiten mich aber noch immer.
Dafür benötige ich kein Fitnessstudio. Ich trainiere regelmäßig mit dem eigenen Körpergewicht. Drei Übungen gehören zu meinen Favoriten – auch wenn ich sie während des Trainings regelmäßig verfluche.
Ich starte mit Elementen aus dem Ballett . Füße in die „Erste Position“, dann folgen Demi-Pliés. Anschließend gehe ich auf die Zehenspitzen und halte kurz. An guten Tagen kommen noch weiche Armkreise dazu. Nach fünf Jahren ohne regelmäßiges Tanztraining sieht das vermutlich eher aus wie ein sterbender Schwan. Aber ich mache es – um der guten alten Zeiten willen.
Nach fünf Minuten sind meine Beine warm, mein Rücken gerade und mein Kopf im Trainingsmodus. Dann geht es mit meinen drei Übungen los.
Kniebeugen sind meine absolute Lieblingsübung – auch wenn ich sie manchmal verfluche. Ich stelle meine Füße etwas weiter als hüftbreit auf und tue so, als würde ich mich auf einen unsichtbaren Stuhl setzen. Der Rücken bleibt gerade. Spätestens nach zehn Wiederholungen denke ich: Warum mache ich das hier eigentlich?
Noch schlimmer – oder besser – wird es mit Walking Lunges, also Ausfallschritten im Gehen. Nach zehn Schritten pro Bein spüre ich Muskeln, die im Tanzunterricht nie Thema waren. Drei Sätze à 20 Wiederholungen – und ich weiß, dass ich am nächsten Tag am liebsten den Fahrstuhl nehmen würde.
Wenn jemand behauptet, der Unterarmstütz (Plank) sei einfach, hat er ihn noch nie richtig gemacht. Zwei Unterarme auf den Boden, Körper in einer Linie – und halten. Klingt harmlos. Ist es nicht.
Planks kenne ich noch aus meinem Tanztraining am Friedrichstadt-Palast. Heute halte ich sie meist 60 Sekunden, manchmal länger. Spätestens nach 30 Sekunden kommen das große Zittern, das innere Fluchen und mein „Nur noch zehn Sekunden“-Mantra.
Bei Sit-ups denke ich jedes Mal: „Wie schlimm kann’s schon werden?“ – und nach der dritten Wiederholung bekomme ich die Antwort. Ich liege auf dem Rücken, stelle die Füße auf, nehme die Hände an die Schläfen und rolle mich langsam und kontrolliert hoch.
Nach 25 Wiederholungen brennt mein Bauch. Nach 30 denke ich über meine Lebensentscheidungen nach. Trotzdem mache ich weiter. Denn am Ende gibt es für mich kaum etwas Befriedigenderes, als völlig erledigt – aber zufrieden – auf der Matte zu liegen.
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