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Selbstversuch: Die Kunst der flüchtigen Begegnung

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Selbstversuch: Die Kunst der flüchtigen Begegnung

Nass geschwitzt stehe ich in einer Buchhandlung.

Ich trage meinen Lieblingspullover, habe mich am Morgen rasiert und mein gutes Parfum aufgetragen.

Für diesen Tag wollte ich bestens vorbereitet sein.

Beim Tisch mit den Neuerscheinungen gehe ich auf die Pirsch.

Ich blicke auf einen Klappentext, ohne ein Wort zu lesen.

Dann scanne ich den Raum.

An der Kasse stehen zwei junge Frauen und bezahlen.

Eine ältere Frau stöbert in den Hausempfehlungen.

Bei den Krimis steht ein Mann in Funktionsjacke, er hat zwei Bücher von Andreas Gruber in der Hand.

Ich atme tief durch, nehme meinen ganzen Mut zusammen und gehe auf ihn zu. »Ähm, lesen Sie viele Krimis?« Da stehe ich nun, ein Häufchen Elend mit ungesunder Gesichtsfarbe, während ich versuche, meine Mission für den heutigen Tag zu erfüllen: möglichst viele Fremde anzusprechen.

Es klingt einfacher, als es sich anfühlt.

Wir haben verlernt, uns zu begegnen und zufällige Bekanntschaften zu knüpfen.

Wir bestellen Kleidung online, schauen Filme daheim, gehen seltener ins Büro.

Wir laufen durch die Innenstadt mit einem Panzer aus Handy und schallisolierenden Kopfhörern und haben spätestens in der Coronapandemie gelernt, beim Warten an der Kasse Abstand zu halten.

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5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.spektrum.de — der Inhalt gehört Spektrum.de.

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