Nach den Kommunalwahlen: Experten: AfD wird in Kommunen deutlich handlungsfähiger
Die AfD vervielfacht ihre kommunale Präsenz, bleibt aber hinter den eigenen Ansprüchen zurück.
Drei Politikwissenschaftler erklären, warum ihr Ergebnis dennoch folgenreich ist.
Der starke Zuwachs der AfD bei den niedersächsischen Kommunalwahlen könnte nach Einschätzung von Politikexperten die Verankerung der Partei vor Ort nachhaltig verändern.
Durch zahlreiche zusätzliche Mandate werde sie kommunalpolitisch deutlich handlungsfähiger.
Zugleich zeigten die Ergebnisse, dass CDU und SPD zwar vergleichsweise fest verwurzelt seien, ihre traditionellen Hochburgen aber weiter erodierten.
Bei den Kreiswahlen kam die AfD landesweit auf rund 16 Prozent und legte damit um etwa 11 Prozentpunkte zu.
Ihr selbst gestecktes Ziel verfehlte sie jedoch.
CDU und SPD blieben die stärksten Parteien, verloren aber 4,5 beziehungsweise 5,4 Prozentpunkte.
Mehr Mandate ermöglichen lokale Verankerung Der AfD-Zuwachs sei nicht allein am Stimmenanteil zu messen, sagte der wissenschaftliche Mitarbeiter am Göttinger Institut für Demokratieforschung, Alexander Hensel.
Die Partei habe ihre Sitzzahl auf Kreisebene verdreifacht und auf Gemeindeebene sogar verfünffacht. „Sie kann viel breiter und an einzelnen Orten auch konzentrierter agieren und kann so kommunalpolitisch deutlich handlungsfähiger werden“, sagte Hensel.
Die AfD könne nun stärker daran arbeiten, sich mit konkreten Personen und kommunalen Themen als lokale Kraft zu etablieren.
Eine solche Normalisierung vor Ort sei bereits in Ostdeutschland zu beobachten.
Der Politikwissenschaftler Philipp Köker von der Leibniz Universität Hannover verwies allerdings darauf, dass die AfD hinter ihrem Bundestrend zurückgeblieben sei.
Das könne auf ein geringeres Mobilisierungspotenzial in Niedersachsen hindeuten.
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