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Sie machten trotz neurologischer Anfälle weiter - Diese Sport-Stars machen Musiala Hoffnung

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Sie machten trotz neurologischer Anfälle weiter - Diese Sport-Stars machen Musiala Hoffnung

Nach seinen besorgniserregenden Szenen auf dem Platz hat Jamal Musiala seine Fans über seinen Gesundheitszustand aufgeklärt. Der Bayern-Star erklärte, dass bei ihm „temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen“ festgestellt worden seien, „welche auf eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen sind“. Gleichzeitig machte Musiala deutlich: Er will und darf weiter Fußball spielen. Nach Angaben des Nationalspielers bestehe „kein darüber hinausgehendes gesundheitliches Risiko“. Seine neurologischen Fachärzte hätten ihm die Freigabe gegeben. Und tatsächlich zeigen Beispiele aus dem Spitzensport: Neurologische Anfälle müssen nicht automatisch das Ende einer großen Karriere bedeuten.

Das wohl bemerkenswerteste Beispiel ist die ehemalige US-Eishockey-Torhüterin Chanda Gunn. Bei Gunn wurde bereits im Alter von neun Jahren juvenile Absence-Epilepsie diagnostiziert. Dabei können Betroffene für wenige Sekunden das Bewusstsein beziehungsweise die Wahrnehmung für ihre Umgebung verlieren. Später erlitt Gunn auch schwerere epileptische Anfälle. Ihre Sportkarriere hielt das letztlich nicht auf. Gunn schaffte es bis in die US-Nationalmannschaft und an die absolute Weltspitze. 2005 wurde sie mit den USA Weltmeisterin, ein Jahr später gewann sie bei den Olympischen Winterspielen in Turin Bronze. Voraussetzung dafür war allerdings, dass ihre Erkrankung medizinisch kontrolliert wurde. Gunn nahm Medikamente und achtete unter anderem auf ausreichend Schlaf und darauf, bekannte Auslöser für ihre Anfälle zu vermeiden.

Auch im Profifußball gibt es Beispiele. Der frühere englische Nationalspieler Jay Bothroyd spielte rund zwei Jahrzehnte als Profi – obwohl er unter Epilepsie litt. Bothroyd stand unter anderem bei Cardiff City, den Wolverhampton Wanderers und Queens Park Rangers unter Vertrag. 2010 schaffte er es sogar in die englische Nationalmannschaft. Seine Erkrankung verschwieg er während großer Teile seiner Karriere. Erst später erklärte Bothroyd öffentlich, dass er Angst gehabt habe, Vereine könnten ihm wegen seiner Epilepsie keine Verträge mehr anbieten. Dabei kam es auch während seiner aktiven Karriere immer wieder zu Anfällen. Besonders bemerkenswert: Bothroyd berichtete, nach einem Anfall bereits zwei Tage später wieder auf dem Platz gestanden zu haben – und sogar ein Tor erzielt zu haben.

Auch Matt Crooks ließ sich von seiner Erkrankung nicht vom Profifußball abbringen. Beim Engländer wurde im Alter von 18 Jahren eine generalisierte Epilepsie diagnostiziert. Crooks hatte schwere Anfälle, bei denen er das Bewusstsein verlor. Einer davon erschreckte einen damaligen Mitspieler so sehr, dass dieser später vom „beängstigendsten Moment meines Lebens“ sprach. Mit Medikamenten bekam Crooks seine Erkrankung jedoch besser unter Kontrolle. Er spielte anschließend jahrelang als Profi, unter anderem für die Glasgow Rangers, Rotherham United, den FC Middlesbrough und Real Salt Lake.

Das prominenteste deutsche Beispiel ist Skisprung-Olympiasieger Severin Freund (38), der seine Erkrankung erst nach der Karriere öffentlich machte. 2024 erzählte er der „WELT“ über seine Anfälle: „Ich fange im Schlaf an zu krampfen, beiße mir teilweise auch in die Wange.

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