Krieg am Roten Meer: Nach der Blitzoffensive – Wer sind die Huthi?
Sie kontrollieren seit Jahren Jemens Hauptstadt, schießen Raketen auf Handelsschiffe und bis nach Israel.
Nun sind sie die Herren über eine der wichtigsten Wasserstraßen.
Wie wurden sie so mächtig? In einer Blitzoffensive brachte die Huthi -Miliz in der vergangenen Woche die gesamte Rotmeerküste des Jemen unter ihre Kontrolle.
Damit verschaffte sie sich Zugriff auf die Meerenge Bab al-Mandab.
Befürchtungen, sie könnte nun die für den Welthandel enorm wichtige Wasserstraße blockieren, bewahrheiteten sich zunächst nicht.
Eines haben die Huthi jedoch deutlich gemacht: An ihnen führt kein Weg mehr vorbei.
Doch wer sind die Huthi – und was wollen sie eigentlich? Woher kommt die Huthi-Bewegung? Eigentlich lautet der Name der Bewegung Ansar Allah (Helfer Gottes).
Die Fremdbezeichnung der Anhänger als Huthi oder Huthis bezieht sich auf den Namen des Gründers Hussein al-Huthi, der 2004 getötet wurde.
Inzwischen wird die Bewegung von dessen jüngerem Bruder Abd al-Malik angeführt.
Die einflussreiche al-Huthi-Familie führt ihren Stammbaum auf den Prophetenenkel Hasan ibn Ali zurück und beansprucht damit seit Jahrhunderten eine gesellschaftliche Vorrangstellung.
Das th in Huthi wird wie ein stimmloses th im Englischen gesprochen, wie etwa in „both“.
Wo sind sie ideologisch zu verorten? Die Ansar Allah sind eine islamistische Bewegung, die aus der zaiditischen Strömung des schiitischen Islams hervorgegangen ist.
Die Zaiditen machen zwischen 30 und 45 Prozent der Bevölkerung im Jemen aus.
Traditionell legten sie eigentlich stärkeren Wert auf rationale Überlegungen als auf fundamentalistische Dogmen, wie die Jemen-Expertin Marieke Brandt von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im dpa-Gespräch erklärt.
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