Schlechter Verlierer? - NFL-Trainer legt sich mit ganzem Kontinent an
Für die Los Angeles Rams wurde die längste Auswärtsreise der NFL -Geschichte zum Horror-Trip. Der Titelfavorit verlor zum Saisonauftakt in Melbourne mit 7:27 gegen die San Francisco 49ers . Der Erzrivale war eine Woche vorher nach Australien geflogen, um sich zu akklimatisieren – die Rams landeten erst 28 Stunden vor dem Kick-off und wirkten vor 100.000 Fans platt und müde. Zurück in Kalifornien redete sich Headcoach Sean McVay nun so richtig in Rage.
Am liebsten würde McVay den gesamten Trip aus seinem Gedächtnis löschen: „Das ist fast so, als würde man wie im Film Men in Black versuchen, sich nicht mehr an das zu erinnern, was so lange her ist.“ Dann sagte er einen Satz, mit dem er einen ganzen Kontinent gegen sich aufbrachte: „Ich hoffe, dass wir niemals wieder in Australien spielen werden.“
McVay schob zwar noch nach: „Nicht, weil es keine großartige Atmosphäre gewesen wäre – das wird jetzt aus dem Zusammenhang gerissen werden –, aber unterm Strich gefällt mir das Gefühl, das ich mit Blick auf unsere Vorbereitung auf die kommenden Aufgaben habe.“ Doch auch damit konnte er den Aufschrei Down Under nicht mehr aufhalten. In den sozialen Medien brach unter Football-Fans und Journalisten ein Shitstorm los.
„Kommt nie wieder, wir wollen euch nicht“, schrieb ein Nutzer auf „X“ (früher Twitter). Ein anderer bezeichnete ihn als „quengelnde Heulsuse“. NFL‑Content-Creator Tiffany Krylov bezeichnete McVays Äußerung auf Instagram deutlich als „beschissenen, dahingesagten Spruch“.
Was McVay offenbar nicht bedacht hatte: Die Rams waren formal das „Heimteam“ im Melbourne Cricket Ground. Der Klub hat sich zudem (neben den Philadelphia Eagles) die globalen Marketing-Rechte für Australien gesichert! In den vergangenen Jahren waren Rams-Verantwortliche zur Vorbereitung 15 Mal nach Down Under geflogen und hatten vor dem historischen Spiel viel Geld in Werbung investiert. Weitere Gastspiele sind daher mehr als wahrscheinlich. McVays unbedachte Worte könnten sich also als Boomerang erweisen …
McVays Bemerkung zeigt auch, wie sehr er schon nach einem Spiel unter Druck steht. Denn neben der Auftakt-Pleite gab es vor Spiel zwei in der Nacht zu Dienstag gegen die New York Giants noch einen weiteren schweren Rückschlag: Abwehr-Bulle Myles Garrett musste sich nach der Rückkehr einer arthroskopischen Knie-OP unterziehen. Der Klub setzte ihn danach auf die „Injured Reserve“-Liste. Heißt: Der Top-Transfer des Sommers wird mindestens vier Wochen fehlen.
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