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Deutschland

Das riesige China-Problem - Deutsche Autobauer verlieren den Anschluss

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Das riesige China-Problem - Deutsche Autobauer verlieren den Anschluss

Berlin – VW, Mercedes und BMW verlieren im weltweiten Autokampf immer mehr Boden. Umsatz runter, Gewinn runter, China-Geschäft eingebrochen. Während viele Konkurrenten wachsen, landen die deutschen Hersteller beim Umsatzwachstum ganz hinten.

Das zeigt eine neue Analyse der Beratungsgesellschaft EY. Die 19 größten Autokonzerne der Welt steigerten ihren Umsatz im ersten Halbjahr um 3,6 Prozent auf knapp 1,05 Billionen Euro. VW, Mercedes und BMW kamen dagegen zusammen auf rund 284 Milliarden Euro, 2,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Von 19 untersuchten Autobauern steigerten 15 ihre Erlöse. Die drei deutschen Konzerne landeten auf den Plätzen 16, 17 und 19.

Noch härter trifft es die Gewinne. Der operative Gewinn von VW, Mercedes und BMW sank zusammen um 19 Prozent auf 13 Milliarden Euro. Nur im ersten Corona-Jahr 2020 war er seit 2017 noch niedriger. EY-Autoexperte Constantin Gall warnt: „Die deutschen Hersteller verlieren nicht nur Marktanteile, sondern vor allem Ertragskraft.“ Hohe Lohn- und Energiekosten sowie Bürokratie machten die Produktion in Deutschland zunehmend zur Belastung.

Besonders bitter: China . Dort brach der Absatz der drei Hersteller im ersten Halbjahr um 25 Prozent ein! Chinas Anteil an ihren weltweiten Verkäufen sank binnen eines Jahres von 28,9 auf 23,5 Prozent. Gleichzeitig drängen chinesische Autobauer stärker nach Europa .

Vizekanzler Lars Klingbeil (48, SPD) fordert deshalb zusätzliche EU-Zölle auf chinesische Plug-in-Hybride. Für reine E-Autos aus China gelten bereits Sonderzölle. China-Experte Jürgen Matthes vom Institut der deutschen Wirtschaft hält den Vorstoß für „überfällig“. Es habe ein „großes Schlupfloch“ gegeben, weil Hybridautos „sehr wahrscheinlich ähnlich hoch subventioniert wie E-Autos“ seien, sagt er zu BILD. Hohe Zölle dürften die Importe aus China merklich bremsen.

Autoexperte Frank Schwope von der FHM Berlin dämpft allerdings die Erwartungen: „Zölle auf chinesische Hybridautos würden deutschen Herstellern ein wenig Luft verschaffen.“ Gleichzeitig könnten chinesische Autos für deutsche Käufer teurer werden. Zudem drohten Gegenmaßnahmen Chinas, etwa Gegenzölle oder Ausfuhrbeschränkungen für wichtige Rohstoffe.

VW selbst will Klingbeils Vorstoß auf BILD-Anfrage nicht kommentieren und verweist auf den Verband der Automobilindustrie (VDA). Der sieht die Probleme vor allem in Deutschland. Ein Sprecher zu BILD: „Als Allererstes muss Europa die eigenen Hausaufgaben machen“, etwa Energiekosten, Steuern und Abgaben senken sowie Bürokratie abbauen. Bei unfairen Wettbewerbsbedingungen könne die EU aber „mit eigenen Maßnahmen für faire Wettbewerbsbedingungen sorgen“.

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