Ahmet Polad: In Syrien verschleppter Journalist offenbar an die Türkei ausgeliefert
Der in Syrien gemeinsam mit seiner deutschen Kollegin Eva Maria Michelmann verschleppte kurdische Journalist Ahmet Polad ist nach Angaben von Unterstützern in die Türkei ausgeliefert worden. Die Initiative Freiheit für Eva und Ahmet verwies auf entsprechende Informationen seines Vaters. Demnach befindet sich Polad in der Türkei in Haft.
Den Unterstützern zufolge war Polads Vater am Freitag über die Auslieferung informiert worden. Er habe kurz Gelegenheit gehabt, seinen Sohn zu sehen. Dabei habe Ahmet Polad gesagt, dass er in syrischer Haft mehr als acht Monate lang Folter ausgesetzt gewesen sei. Seit fünf Monaten sei er im Hungerstreik und befinde sich in einem »extrem abgemagerten und erschöpften Zustand«.
Die Kölner Journalistin Michelmann und ihr türkisch-kurdischer Kollege Ahmet Polad waren nach dem Einmarsch der syrischen Übergangsregierung im nordsyrischen Rakka am 18. Januar verschwunden. Später wurde bekannt, dass sie in syrischen Gefängnissen festgehalten werden. Michelmann kam im Juni frei und konnte nach Deutschland zurückkehren .
Die Initiative Freiheit für Eva und Ahmet setzt sich weiter für die Freilassung Polads ein. Sie fordert die türkische Regierung auf, die medizinische Behandlung des Journalisten zu gewährleisten und ihn »umgehend freizulassen«. Der 1999 geborene Polad war den Angaben zufolge unter anderem für die linke türkische Nachrichtenagentur ETHA tätig.
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