Erste Tabellenführung seit 2018 - Ist Kloses Club schon reif für den Aufstieg?
Nürnberg – Ja, ist denn schon Weihnachten? Anhänger des 1. FC Nürnberg fühlen sich in diesen Tagen reich beschenkt und wie in einem wunderschönen Traum. Das liegt nicht nur am viel umjubelten Derbysieg über den Erzrivalen Greuther Fürth (4:2). Noch wichtiger: Im dritten Jahr unter Trainer Miroslav Klose (48) ist der Glaube an eine Rückkehr in die Bundesliga endlich wieder zurück beim Club.
Seit dem Bundesliga-Abstieg 2019 standen die Nürnberger nicht ein einziges Mal nach einem Spieltag auf einem Aufstiegsplatz. Jetzt ist Kloses Club sogar mindestens zwei Wochen lang Tabellenführer der 2. Liga. Zuletzt grüßte der FCN vor acht (!) Jahren von ganz oben. Am Ende jener Saison (2017/2018) stand bekanntermaßen der achte Nürnberger Bundesliga-Aufstieg. Folgt der neunte 2027?
Fakt ist: Auch wenn bisher nur zwei Spieltage vorbei sind, macht der FCN offensiv (schon sieben Tore) einen bärenstarken Eindruck. Überzeugte gegen Dresden (3:0) vor allem Top-Knipser Mohamed Ali Zoma (22), glänzten jetzt im 277. Frankenderby in Torhüter Jan Reichert (25) und den Doppelpackern Piet Scobel (21) und Julian Justvan (28) drei andere Club-Stars.
Gerade das spielstarke Nürnberger Mittelfeld hat schon jetzt definitiv Bundesliga-Niveau. Trotzdem gibt sich Klose in Bezug auf mögliche Aufstiegsträume noch sehr zurückhaltend: „Vielleicht kann man nach fünf bis sieben Spieltagen etwas dazu sagen. Aber so ist es schwer, etwas einzuordnen. Jetzt haben wir zwei Spiele gemacht, und jeder wird uns nun analysieren und stellt dann Sachen um. Mal schauen, wie wir uns dann wieder anpassen.“
Deutlich mutiger zeigt sich Fürth-Experte Justvan (neun Torbeteiligungen in fünf Derbys): „Am zweiten Spieltag ein Derby zu gewinnen, gibt einer Mannschaft extrem viel. Klar müssen wir uns auch die negativen Sachen anschauen. Aber diese Energie, die zurzeit in der Mannschaft ist, und die Qualität, die wir auf den Platz bringen, sind enorm viel wert. Wir müssen genau da weitermachen, dann können wir gegen jeden Gegner gefährlich sein.“
Nächster Knackpunkt in dieser noch jungen Saison ist das DFB-Pokal-Spiel am Samstag (15.30 Uhr) bei Viktoria Köln. Auch hier hat Nürnberg nach dem letztjährigen peinlichen Erstrunden-Aus bei Viertligist FV Illertissen (8:9 n. E.) noch viel gutzumachen. Wer aber die Mannschaft bei der Derby-Party auf dem Platz und vor allem später in der Kabine gesehen hat, dürfte kaum glauben, dass der Drittligist jetzt zum großen Stolperstein für den Club wird.
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