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Kultur

Verzweifelte Suche nach Vermissten in Nepal - mehr als 1200 Flutopfer geborgen

Stern ·
Verzweifelte Suche nach Vermissten in Nepal - mehr als 1200 Flutopfer geborgen

Eine Woche nach der Flutkatastrophe im Himalaya suchen verzweifelte Familien in Nepal weiter nach ihren Angehörigen.

In der Hauptstadt Kathmandu standen am Mittwoch hunderte Menschen Schlange, um DNA-Proben abzugeben, in der Hoffnung, ihre Angehörigen unter den hunderten Leichen identifizieren zu können.

Zugleich schwand die Hoffnung, in verschütteten Tunneln noch überlebende Arbeiter zu finden.

Die Zahl der Todesopfer in Nepal und im benachbarten Tibet stieg derweil auf über 1200 an.

Die 21-jährige Susmita Lo sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie habe seit einer Woche keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater. „Deshalb bin ich jetzt hier, um eine DNA-Probe abzugeben“, sagte sie, während sie ihren sechsjährigen Neffen im Arm hielt, dessen Vater ebenfalls vermisst wird. „Nachts ruft er nach seinem Vater, aber wir haben ihm nicht gesagt, dass er vermisst wird, er ist noch zu jung“, fügte die junge Frau hinzu.

Da die Leichenhallen in Nepals Hauptstadt überfüllt sind, wurden einige der sterblichen Überreste bereits beerdigt.

Viele Familien, die tagelang in Notunterkünften und Leichenhallen nach vermissten Angehörigen suchten, haben inzwischen aber keine Hoffnung mehr.

In Nepal, wo die Hindus ihre Toten traditionell verbrennen, zündeten Trauerende am Mittwoch Strohpuppen an.

Unter ihnen war etwa Dolma Newar Tamang, deren Mann bisher weder tot noch lebendig gefunden wurde.

Das Ritual sei wichtig, „um seine Seele zu befreien, damit er Frieden und Glück findet, wo auch immer er ist“, sagte die Frau .

Die Suche nach Überlebenden ging derweil weiter.

Bisher wurden in den Tunneln keine Überlebenden gefunden, wie die nepalesische Katastrophenschutzbehörde bestätigte.

Die Grabungen mussten stattdessen immer wieder in blockierten Tunnelschächten unterbrochen werden. „Die Such- und Rettungsaktion läuft noch“, sagte die Behördensprecherin Shanti Mahat der Nachrichtenagentur AFP .

Auch Rettungsteams aus dem Ausland seien trotz großer Schwierigkeiten weiterhin in den Tunneln im Einsatz und versuchten „riesige Mengen an Schlamm und Geröll“ zu beseitigen.

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