326 chinesische Dörfer zeigen, wie Kampf gegen Demenz klappt
Bluthochdruck ist einer der größten beeinflussbaren Risikofaktoren für Demenz. Nach Angaben der Deutschen Hirnstiftung schädigt hoher Blutdruck auch die Gefäße im Gehirn und beeinträchtigt somit die Durchblutung sowie den Stoffwechsel. Dadurch nimmt die Gedächtnisleistung ab.
Wie effektiv sich die Kontrolle des Blutdrucks auf das Demenzrisiko auswirkt, zeigt nun eine besondere chinesische Studie. Forscher um die Professoren Yingxiang Sun und Shanshan Zhong der China Medical University in Shenyang untersuchten dafür knapp 34.000 Menschen aus insgesamt 326 Dörfern.
Die ausgewählten Dorfbewohner waren über 40 Jahre alt und hatten alle einen unbehandelten systolischen Blutdruck von mindestens 140 mmHg oder einen diastolischen Blutdruck von mindestens 90 mmHg.
Menschen können an systolischem oder diastolischem Bluthochdruck leiden. In schweren Fällen können auch beide Werte erhöht sein.
In der Hälfte der Dörfer setzten die Wissenschaftler, die zur Arbeitsgruppe des chinesischen Programms zur Bekämpfung von Bluthochdruck in ländlichen Gebieten (CRHCP) gehörten, Pflegekräfte ein.
Die sogenannten Gemeindeschwestern behandelten die Bewohner mit Bluthochdruck und verabreichten ihnen blutdrucksenkende Medikamente . Das Ziel waren ein systolischer Blutdruck unter 130 mmHg und ein diastolischer Blutdrucker unter 80 mmHg. Die Therapie erfolgte gemäß einem Protokoll sowie unter der Aufsicht von Hausärzten.
Vier Jahre lang dauerte die Behandlungsmaßnahme, anschließend wurden die Bewohner drei Jahre beobachtet. In der anderen Hälfte der Dörfer erfolgten während dieser Zeitspanne keine gesonderten medizinischen Behandlungen.
Laut den Ergebnissen, die die Forscher Ende August auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie vorstellten, war die Blutdruckbehandlung ein voller Erfolg. So war der Blutdruck in der behandelten Gruppe stärker gesunken als in der unbehandelten Gruppe.
Bei den behandelten Dorfbewohnern ging der systolische Blutdruck im Schnitt um 17,6 mmHg zurück, bei den unbehandelten lediglich um 2,4 mmHg. In der ersten Gruppe lag der Blutdruck also bei 128/73 mmHg, in der zweiten Gruppe bei 148/81 mmHg.
Bemerkenswert für die Forscher: Dieser Effekt zeigte sich nach den vier Jahren Behandlung und blieb sogar noch drei Jahre nach Ende der Maßnahme bestehen.
Insgesamt hatte die Blutdrucksenkung dazu geführt, dass die behandelten Dorfbewohner ein um 15 Prozent geringeres Demenzrisiko hatten als die unbehandelten. Außerdem war das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen bei ihnen um 13 Prozent niedriger.
„In dieser großen, gemeindebasierten Studie führte eine skalierbare Intervention durch nicht-ärztliche Gesundheitsdienstleister sowohl zu einer erheblichen Senkung des Blutdrucks als auch zu einer Verringerung des Demenzrisikos“, sagte Sun in einer Pressemitteilung . Die Ergebnisse würden untermauern, wie wichtig es sei, die strukturierte Kontrolle des Blutdrucks langfristig in die Demenzprävention zu integrieren.
Insgesamt gibt es neben Bluthochdruck 13 Risikofaktoren für eine Entwicklung der Krankheit im höheren Alter.
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