War es ein Unfall oder Absicht? - Mann soll Ehefrau angezündet haben – sie hält zu ihm
Erfurt – Was passierte wirklich am 10. Januar 2026 in der Wohnung eines Thüringer Ehepaares? Die Staatsanwaltschaft wirft Norbert H. (63) vor, seine Ehefrau angezündet zu haben, als diese schlafend im Bett lag. Am Tatabend bestätigte das Opfer die Feuer-Attacke gegenüber Polizisten. Doch im Prozess ruderte Andrea H. (56) jetzt zurück, spricht plötzlich von einem Unfall und stellt sich demonstrativ hinter ihren Ehemann – eine schwere Entscheidung für das Gericht.
Ende Juli begann der Prozess gegen den Klempner vor dem Landgericht Erfurt. Die Anklage lautet versuchter Totschlag. Norbert H. soll in der Januarnacht seine Frau mit einem flüssigen Grillanzünder attackiert und angezündet haben. Kurz nach Mitternacht war Andrea H. aus dem Wohnhaus in Gotha ( Thüringen ) gestürmt – ihr Kopf stand in Flammen. In ihrer Verzweiflung war die Frau zu Nachbarn geflüchtet. „Als ich die Tür öffnete, kniete sie im Garten am Boden. Der Kopf war nass, sie hatte sich die brennenden Haare im Schnee gelöscht“, berichtet die Nachbarin. „Sie sagte immer wieder: ‚Es war doch so ein schöner Abend. Warum hat er mich angebrannt?‘“
Gegenüber den gerufenen Einsatzkräften belastete Andrea H. ihren Ehemann zunächst. Auch der Angeklagte soll die Attacke gegenüber Beamten gestanden haben. Im Prozess führt die Staatsanwaltschaft aus, dass Norbert H. nach einer Familienfeier alkoholisiert ins Schlafzimmer gegangen sei, wo seine Frau im Bett lag. Dort soll er sie mit flüssigem Grillanzünder übergossen und angezündet haben. Das Opfer erlitt schwerste Verbrennungen am Kopf. In Operationen erhielt die Frau Hauttransplantationen.
Doch zum Prozessauftakt stritt der Angeklagte die Vorwürfe ab. Nach Darstellung seines Verteidigers habe sich der Spiritus versehentlich an einer Kerze entzündet, als er den Boden säubern wollte. Zudem sei sein Mandant von den Beamten nicht belehrt worden, sein spontanes Geständnis deshalb wertlos.
Viel erschreckender: Seine Ehefrau – das schwer verletzte Opfer – sprach plötzlich ebenfalls von einem Unfall aufgrund einer Verpuffung. Ihre Angaben unmittelbar nach der Tat erklärte sie mit ihrem Schock und dem Alkohol, den sie auf der Feier getrunken habe.
Um die Brandnacht aufzuklären, hörte das Gericht mehrere Zeugen aus dem Umfeld des Paares. In ihren Aussagen beschrieben einige Familienmitglieder, dass Andrea H. von ihrem Mann abhängig gewesen sei. Die Mutter der Geschädigten über ihren Schwiegersohn vor Gericht: „Er ist ein Psychopath. Ich halte mich von ihm fern, er ist manipulativ.“ Andere Zeugen berichteten von blauen Flecken und Krankenhausaufenthalten von Andrea H. nach mutmaßlichen Übergriffen ihres Mannes.
Doch obwohl die Gewalt in der Ehe offenkundig zu sein scheint, sagte Andrea H. gegenüber BILD: „Wir sind seit 38 Jahren verheiratet und so wird es auch bleiben. Ich werde mit meinem Mann bis zum Ende meines Lebens zusammen sein.“ Ein Verhalten, das Experten in Fällen von mutmaßlicher häuslicher Gewalt immer wieder beobachten.
Richter Markus von Hagen sah am Ende des Verfahrens keinen Tötungsvorsatz. Er verurteilte H.
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