Samstag, 10. Oktober 2026 QuellenÜber uns🌓
🇩🇪 DE ▾
EILMELDUNG
Deutschland

Clever-fit-Betreiber droht Strafe - Fitnessstudio-Kette von Justiz abgewatscht

Bild ·
Clever-fit-Betreiber droht Strafe - Fitnessstudio-Kette von Justiz abgewatscht

München – Hier hatte das Gericht die dickeren Muskeln! Klatsche für den Fitness-Riesen Clever-fit vor der bayerischen Justiz: Mit einem aktuellen Urteil hat das Oberlandesgericht München eine dreiste Gebührenfalle eines Studio-Betreibers der Fitnesskette einkassiert.

Per Drehkreuz-Zugang hatte sich der Franchise-Nehmer in Minden (NRW) und in Berlin-Schmargendorf von seinen Kunden die Zustimmung für eine Gebührenerhöhung eingeholt. Unrechtmäßig, wie das OLG jetzt in einem aktuellen Urteil entschieden hat!

Im Spätsommer 2022 hingen in den Filialen Hinweisschilder an den Eingängen. Die Gebühren sollten um 8 Euro pro Monat bzw. 96 Euro pro Jahr steigen. Aufgrund enormer Steigerungen „von Energie- und Personalkosten“, hieß es.

Und weiter: „Für Deine Zustimmung kannst Du ganz einfach unser Drehkreuz passieren!“ Wer nicht einverstanden war, musste offenbar draußen bleiben.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen klagte dagegen – und bekam jetzt auch in zweiter Instanz Recht! Schon 2023 sah das Landgericht Augsburg die Gebührenerhöhung per Drehkreuz als unrechtmäßig an, drohte mit einem Ordnungsgeld von 250.000 Euro.

Clever-fit legte Berufung ein und kassierte nun die nächste Niederlage vor Gericht. Das OLG München hatte die Drehkreuz-Masche als „wettbewerbswidrige, aggressive geschäftliche Handlung“ gewertet. Das Fitnessstudio habe hierbei eine Machtposition ausgenutzt.

Der Studio-Betreiber hatte laut Urteil die Kunden unrechtmäßig vor die Wahl gestellt: Wer die Erhöhung nicht sofort akzeptierte, konnte die Studios gar nicht mehr nutzen. Clever-fit behauptete, die Nutzung der Studios sei auch ohne die Gebührenerhöhung zu akzeptieren weiter möglich gewesen. Das ließ das Gericht aber nicht gelten.

Die Fitnessstudio-Kette erklärte zum Urteil: „Der Fall bezieht sich auf einen einzelnen Partner. Clever-fit hatte keine Kenntnis von der Preisanpassung in dieser Form, bis wir von der Verbraucherzentrale kontaktiert wurden. Sie entsprach nicht unserem Verständnis als Franchisegeber.“

Jana Brockfeld von der Verbraucherzentrale begrüßte das Urteil. „Das Unternehmen hätte sich mehr Einfluss auf das Studio sichern müssen, um dieses wettbewerbswidrige Verhalten zu verhindern.“ Das Urteil des OLG ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Die beiden betreffenden Studios sind inzwischen geschlossen.

Clever-fit betreibt laut eigenen Angaben mehr als 500 Studios, hat rund 1,1 Mio. Mitglieder. Der Monatsbeitrag liegt aktuell bei 44,90 Euro, Schüler und Studenten bezahlen 34,90 Euro.

Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!

Vollständigen Artikel bei Bild lesen ›

5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.

Mehr von Bild

Alle ansehen ›

Mehr in Deutschland

Alle ansehen ›