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Kritik an LGBTQ-Razzien in der Türkei wächst

Deutsche Welle ·

In der Türkei ist es am Wochenende zu Razzien gegen LGBTQ-Aktivisten und Vereine gekommen. Mehrere Menschen wurden von den türkischen Behörden festgenommen und viele Social-Media-Konten gesperrt. Die Aktion der türkischen Regierung hat landesweit und auch in Brüssel zu scharfer Kritik geführt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte die Operation im Rahmen des "Jahrzehnts der Familie" ausgerufen - einer im Mai 2025 verkündeten nationalen Strategie, die dem drastischen Geburtenrückgang im Land entgegenwirken und das traditionelle, konservative Familienbild im Land festigen soll.

In Istanbul kam es auch am Dienstag wieder zu Demonstrationen. Türkische LGBTQ-Verbände betonten in einer gemeinsamen Erklärung, es sei kein Verbrechen, einen Verein zu gründen und sich für Rechte einzusetzen. "Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit, der Schutz der Privatsphäre und die Unschuldsvermutung gelten auch für LGBTQ-Personen", hieß es.

Unterstützung erhielt die LGBTQ-Community auch von der Frauenbewegung . 120 Frauenrechtsorganisationen unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung, in der sie den Autoritarismus im Land kritisierten. "Als Frauen stellen wir uns gegen diese Aktionen, die unter der Bezeichnung 'Meine Familie ist sicher' durchgeführt werden. Es wird Druck auf unsere Körper, unser Leben, unsere Identitäten und auf das Recht, uns zu organisieren, ausgeübt. Wir wissen, dass das Ausdruck der autoritären Politik der Regierung ist. Weder LGBTQ zu sein, noch sich als LGBTQ zu organisieren, ist ein Verbrechen!", erklärten die Organisationen.

Die Regierung versuche, die LGBTQ-Community zu kriminalisieren, sagte Yildiz Taghizade vom "Verein für die Menschenrechte der Frau" (KIH), einer Organisation, die die Erklärung mitunterzeichnete. Diese Kriminalisierung habe nicht erst mit den Aktionen der vergangenen Tage begonnen, sondern reiche bereits mehrere Jahre zurück.

"Das Ziel ist hier nicht nur, LGBTQ-Personen zur Zielscheibe zu machen, sondern es der LGBTQ-Bewegung faktisch unmöglich zu machen, Politik zu machen, sich zu organisieren, Rechte einzufordern und im öffentlichen Raum präsent zu sein", so Taghizade.

Auch die Operation mit dem Slogan "Meine Familie ist sicher" zu bezeichnen, sei kein Zufall. "Die Regierung versucht, ihr Vorgehen mit dem Diskurs des Schutzes von Familie und Kindern zu rechtfertigen, aber dieses Narrativ funktioniert nicht. Denn wenn wir uns heute in der Türkei ansehen, was für Familien tatsächlich ein Unsicherheitsfaktor ist, dann stoßen wir auf ganz konkrete Probleme wie Armut, Wohnungskrise, Arbeitslosigkeit, die auf Frauen abgewälzte Care-Arbeit (Betreuung und Pflege von Angehörigen, d. Red.) und männliche Gewalt gegen Frauen", sagte Taghizade.

Auch andere Organisationen kritisierten das Vorgehen. Die Türkische Ärztekammer (TTB) bezeichnete die Aktionen der Regierung als Menschenrechtsverletzung und forderte ein Ende der diskriminierenden Politik.

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5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.dw.com — der Inhalt gehört Deutsche Welle.

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