Naturphänomen: Wenn Ameisen gemeinsam in den Tod wandern
Im Kreis herumlaufen, bis man umfällt – wer tut so etwas? Ameisen.
Wir erklären, unter welchen Umständen sich die emsigen Insekten in eine regelrechte „Todesspirale“ begeben.
Wer sich für Insekten interessiert, begegnet früher oder später einem Phänomen, das als eines der rätselhaftesten im Tierreich gelten dürfte: der Ameisenmühle.
Es war der amerikanische Naturforscher Charles William Beebe, der 1921 erstmals ein Verhalten wissenschaftlich beschrieb, das bis heute umgangssprachlich als „Todesspirale“ bei Ameisen oder auch Kreismühle bezeichnet wird.
Im Englischen kennt man den Begriff „ant mill“, wörtlich übersetzt also Ameisenmühle.
Dieses Verhalten kommt vor allem bei Wanderameisen vor – also solchen Arten, die kein festes Nest an einem Ort haben, sondern in Gruppen umherziehen.
Unter bestimmten Umständen kann es ihnen passieren, dass sie in eine kreisförmige Endlosschleife am Boden geraten, die sie immer wieder entlangwandern.
Wenn nichts und niemand die kleinen Tiere stoppt, laufen sie im Kreis, bis sie vor Entkräftung und Erschöpfung tot umfallen.
Bekannt ist das Phänomen unter anderem bei Arten, die in Afrika vorkommen.
Ständiges Laufen im Kreis: Wie eine Ameisenmühle entsteht Doch warum tun die Tiere das und was sind die Voraussetzungen für die Entstehung einer Ameisenmühle? Wanderameisen sind blind oder zumindest fast blind.
Deshalb orientieren sich an Pheromonen, also dem Duft ihrer Artgenossen.
Dabei kann es passieren, dass eine Ameise bei der Verfolgung einer solchen Spur an einen Punkt kommt, an dem sie bereits vorbeigekommen ist und sich dann auf dieser Duftspur weiter bewegt.
Sie fängt an, im Kreis zu laufen, und andere Tiere, die ebenfalls den Pheromonen ihrer Artgenossen folgen, wandern schließlich ebenfalls im Kreis.
Wenn immer mehr Ameisen sich auf dieser Route bewegen, kommt es zu einer Ameisenmühle – diese kann Tausende Tiere umfassen und mehrere Hundert Meter breit werden.
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