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Hier landet kaum jemand - „Geisterflughafen“ wird für 100 Mio. Dollar saniert

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Hier landet kaum jemand - „Geisterflughafen“ wird für 100 Mio. Dollar saniert

Auf dem Midway-Atoll-Airport (MDY) mitten im Pazifik landet fast nie ein Flugzeug. Stattdessen brüten dort drei Millionen Seevögel. Dennoch soll der Mini-Flughafen für mehr als 100 Millionen Dollar (rund 87,1 Mio. Euro) saniert werden. Der Grund: Er könnte im Notfall für Tausende Langstreckenflüge wichtig werden.

Wie das Portal „Aerotelegraph“ berichtet, gibt es für Passagiere auf dem abgelegenen Midway-Atoll zwischen Kalifornien und Japan keinen regelmäßigen Linienverkehr. Und trotzdem ist ausgerechnet die 2377 Meter lange, kaum genutzte MDY-Landebahn auf Sand Island für den modernen Flugverkehr weiterhin unverzichtbar. Denn der Midway-Atoll-Airport ist ein Notfall- und Ausweichflughafen.

Bei Langstreckenflügen über den Pazifik gelten die sogenannten ETOPS‑Sicherheitsregeln. Sie legen fest, wie weit eine Maschine bei einem Flug über dem Meer vom nächsten geeigneten Ausweichflughafen entfernt sein darf. Midway liegt dabei strategisch günstig. Im Fall eines Triebwerksproblems oder eines anderen Notfalls können Flieger, die sich innerhalb der entsprechenden Reichweite befinden, dort landen.

Wie selten das tatsächlich passiert, zeigt eine Zahl der FAA: Zwischen 2003 und 2021 wurden gerade mal elf zivile und militärische Flugzeuge nach Midway umgeleitet. Kaum jemand landet also auf Midway – aber sehr viele Flüge benötigen den Flughafen als mögliche Sicherheitsreserve. Laut FAA wird er derzeit bei Zehntausenden Transpazifikflügen pro Jahr in die Planung einbezogen. Ein Wegfall könnte Auswirkungen auf zahlreiche Langstreckenverbindungen haben. Besonders betroffen wären Verbindungen zwischen Japan, Hawaii und der nordamerikanischen Westküste.

Auch Flugzeugbauer Boeing hat sich für den Erhalt des Flughafens ausgesprochen. Allein auf der Verbindung Honolulu–Tokio würde sich ohne Midway nach Boeing -Schätzungen jährlich der Treibstoffverbrauch deutlich erhöhen. Denn dann müssten die Fluggesellschaften mit weiter entfernten Ausweichflughäfen planen. Deshalb werden jährlich bereits rund 5 Millionen Dollar (ca. 4,4 Mio. Euro) für die Instandhaltung und den Erhalt der minimalen Betriebsfähigkeit ausgegeben. Doch laut der US-Luftfahrtbehörde FAA droht sich der Zustand der Piste trotzdem in den nächsten 5 Jahren drastisch zu verschlechtern. Deshalb jetzt die 100-Millionen-Dollar-Sanierung, die etwa einen neuen Belag und die Reparatur der Ufermauer einschließen soll.

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