Studie - Leben Kinder von 100-Jährigen auch länger?
Wer ein Elternteil hat, das mindestens 100 Jahre alt geworden ist, könnte selbst länger gesund bleiben. Darauf deuten Daten von mehr als 4000 Menschen hin, die US-Forscher ausgewertet haben. Besonders bei Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und dem Sterberisiko zeigten sich Unterschiede.
Für die Studie , die im Fachmagazin „JAMA Network Open“ publiziert wurde, hat man Informationen aus drei großen Langzeitstudien zusammengeführt: der US-Studie „LonGenity“, der „New England Centenarian Study“ und der britischen UK Biobank. Verglichen wurden Menschen mit mindestens einem Elternteil, das 100 Jahre oder älter wurde, mit Personen, deren Eltern deutlich früher starben.
Am deutlichsten fiel der Unterschied beim Bluthochdruck aus. Kinder von Hundertjährigen hatten ein um etwa 32 Prozent geringeres Risiko. Zudem wurde die Erkrankung im Durchschnitt rund 5,2 Jahre später festgestellt. Auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigte sich ein Vorteil. Das Risiko lag etwa ein Drittel niedriger als in den Vergleichsgruppen. Dass die Erkrankungen später auftraten, zeigte sich allerdings nicht in allen drei Studien gleich deutlich. Besonders deutlich war der Effekt in der UK Biobank. Dort traten Herz-Kreislauf -Erkrankungen je nach Vergleichsgruppe rund sechs Jahre später auf. Auch das Sterberisiko unterschied sich. Insgesamt lag es rund 42 Prozent niedriger als bei den Vergleichsgruppen. Der Tod trat im Durchschnitt etwa 3,1 Jahre später ein.
Für Schlaganfälle fanden zwei der drei Studien ebenfalls ein geringeres Risiko. Bei Krebs zeigte sich dagegen kein statistisch eindeutiger Vorteil. Weder das Erkrankungsrisiko noch der Zeitpunkt der Erkrankung unterschieden sich signifikant. Soweit Daten vorlagen, berücksichtigten die Forscher auch Geschlecht, Bildung, Rauchen und weitere Lebensgewohnheiten. Dennoch konnten nicht alle möglichen Einflüsse auf Gesundheit und Lebenserwartung erfasst werden.
Ein Teil der Angaben zu Krankheiten und Lebensstil beruhte auf Selbstauskünften der Teilnehmer. Informationen über die Kindheit, etwa zur Ernährung, fehlten. Zudem waren die meisten Teilnehmer weiß. Ob die Ergebnisse auf andere Bevölkerungsgruppen übertragbar sind, bleibt daher offen.
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