US-Sender ABC klagt gegen vorzeitige Lizenzprüfung - und sieht „Vergeltung“ durch Trump
Im Streit mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump zieht der Fernsehsender ABC gegen die vorzeitige Überprüfung seiner Sendelizenzen vor Gericht.
Der zum Disney-Konzern gehörende Sender wirft der Medienaufsicht FCC in seiner am Dienstag in Washington eingereichten Klage eine „Vergeltungskampagne“ auf Betreiben der Trump-Regierung wegen missliebiger Inhalte vor.
Die FCC hatte die acht ABC-eigenen Sender Anfang des Jahres aufgefordert, ihre Lizenzen mehrere Jahre früher als vorgesehen zur Überprüfung vorzulegen.
Regulär stünde eine Verlängerung erst 2028 an.
ABC und Disney beantragten nun eine einstweilige Verfügung, die der Behörde einen Lizenzentzug untersagen soll.
Nach Darstellung von ABC hat die Regierung den Druck auf den Sender über Monate „kontinuierlich erhöht“.
Dafür gebe es „einen einzigen Grund“: Die Regierung missbillige, „was ABC sendet“.
Mittlerweile gehe es um die ausdrückliche Drohung, dem Sender wegen seiner Inhalte die Lizenzen zu entziehen.
Eine zentrale Rolle in dem Konflikt spielt ABC-Moderator Jimmy Kimmel, den Trump wiederholt scharf angegriffen hat.
Im April hatte Kimmel Präsidentengattin Melania Trump in seiner Late-Night-Show das Strahlen einer „werdenden Witwe“ bescheinigt.
Trump wertete dies als „verabscheuungswürdigen Aufruf zur Gewalt“ und verlangte, Kimmel müsse „sofort“ von Disney und ABC entlassen werden.
Kimmel erklärte dagegen, der Witz habe sich lediglich auf den Altersunterschied zwischen dem Präsidenten und seiner Frau bezogen.
Kurz darauf verlangte die FCC die vorzeitige Überprüfung der ABC-Lizenzen.
Kimmel bezeichnete das Vorgehen als „lächerlich“.
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