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Ein Fall von Tausenden - Warum ein Tischler seit Jahren einen Nachfolger sucht

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Ein Fall von Tausenden - Warum ein Tischler seit Jahren einen Nachfolger sucht

Die Tischlerei Bross in Nordenham gibt es seit 1949. Drei Generationen haben den Familienbetrieb geprägt. Heute arbeiten Firmenchef Hergen Bross, seine Frau Monika und Tochter Julia noch immer mit. Trotzdem sucht die Familie seit 2024 jemanden, der übernimmt. Mit diesem Problem steht sie nicht allein. Zehntausende Handwerksbetriebe in Deutschland suchen in den kommenden Jahren einen Nachfolger. Viele werden keinen finden.

1976 begann Hergen Bross seine Lehre in der Tischlerei. Nach Gesellenjahren und Meisterprüfung übernahm er den Betrieb 1985. Gemeinsam mit seiner Frau Monika entwickelte er das Unternehmen weiter. Aus dem klassischen Handwerksbetrieb wurde ein Spezialist für hochwertigen Möbelbau. Sogar Innenausstattungen für Mega-Yachten entstanden zeitweise in Nordenham. In den besten Jahren arbeiteten bis zu 16 Beschäftigte in der Tischlerei.

Heute ist die Mannschaft kleiner, die Aufträge sind geblieben. Zum Kundenstamm gehören Wohnungsbaugesellschaften, Messebau-Kunden, ein Ferienpark in Burhave und zahlreiche Stammkunden. „Wir haben Arbeit“, sagt Monika Bross im Gespräch mit BILD. Das Problem liegt woanders.

Tochter Julia kennt den Betrieb von klein auf. Sie lernte in der Tischlerei, wurde CAD-Fachkraft und plant heute Möbel und Einrichtungen. Doch übernehmen wird sie die Firma nicht. Neben der Arbeit im Familienbetrieb hat sie zwei Kinder und im Milchviehbetrieb ihres Mannes alle Hände voll zu tun. Auch der Sohn der Familie folgt eigenen Plänen. Er arbeitet als Küchenchef in Bremen.

Damit erlebt Familie Bross genau das, was vielen Handwerksbetrieben derzeit passiert. Nach Angaben des Zentralverband des Handwerks (ZDH) will in den kommenden fünf Jahren fast ein Viertel aller Handwerksunternehmer den Betrieb übergeben oder schließen! Hochgerechnet geht es um rund 125.000 Betriebe. Viele finden keinen Nachfolger mehr. Der Verband spricht bereits von einem „stillen Sterben“ im Handwerk.

Für die Familie Bross stellt sich dabei weniger die Frage, ob es genügend Tischler gibt. Das entscheidende Problem lautet: Wer will überhaupt noch Unternehmer werden? Genau dort sieht auch der ZDH eine der größten Unsicherheiten. Die Zahl der Meisterabschlüsse geht zurück, gleichzeitig sinkt bei vielen jungen Handwerkern die Lust auf die Selbstständigkeit. Eine Studie des Forschungsinstituts für Berufsbildung im Handwerk zeigt: Nur noch knapp 15 Prozent der Meisterabsolventen möchten sich selbstständig machen. Viele schrecken vor Papierkram und unternehmerischen Risiken zurück. Rund 35 Prozent nennen die bürokratischen Belastungen als Grund gegen die Selbstständigkeit.

Monika Bross beobachtet noch eine weitere Entwicklung. Nach ihrer Erfahrung werben große Industriebetriebe in der Region gut ausgebildete Handwerker gezielt ab. Warum also das Risiko einer Firmenübernahme eingehen, wenn anderswo eine sichere Festanstellung wartet?

Besonders betroffen sind laut ZDH kleine Betriebe mit nur wenigen Mitarbeitern. Genau dazu gehört heute auch die Tischlerei Bross. Neben der Familie arbeitet noch Geselle Gregor Stevens mit, fertigt Möbel und leitet Baustellen. Die Werkstatt ist modern ausgestattet.

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5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.

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