Studie - Kann man Herzinfarktrisiko schon bei Kindern erkennen?
Kann man das Risiko für einen Herzinfarkt schon im Kindesalter ermitteln? Eine neue Studie aus den USA liefert genau dafür Hinweise. Im Blut von Kindern fanden Forscher Proteinmuster, die späteren Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen ähneln und sich teilweise auch bei Erwachsenen mit erhöhtem Krankheitsrisiko nachweisen lassen.
Für die Untersuchung unter der Leitung des Vanderbilt University Medical Center in Nashville analysierte ein Forschungsteam Daten von 273 hispanischen und lateinamerikanischen Kindern und Jugendlichen aus Texas mit einem Durchschnittsalter von 13 Jahren. Erfasst wurden unter anderem Körperfett, Blutdruck , Blutfette sowie Werte zur Leber- und Nierenfunktion und zum Zuckerstoffwechsel. Gleichzeitig bestimmten die Wissenschaftler mehr als 5400 Proteine im Blut.
Aus den gemessenen Proteinwerten ließen sich sechs typische biologische Muster erkennen, die mit verschiedenen Risikobereichen in Zusammenhang standen:
Von den mehr als 5400 untersuchten Proteinen standen 1064 mit mindestens einem dieser Merkmale in Zusammenhang. 65 Proteine waren sogar mit vier oder mehr Bereichen verbunden. Das deutet darauf hin, dass einige Eiweiße mehrere Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf -Prozesse gleichzeitig widerspiegeln könnten.
Anschließend überprüfte das Team die Ergebnisse bei 494 Erwachsenen aus derselben Region sowie bei mehr als 28.000 Teilnehmern der britischen UK Biobank.
Rund 64 Prozent der bei Kindern beobachteten Protein-Zusammenhänge fanden sich auch bei Erwachsenen wieder. Besonders deutlich war die Übereinstimmung bei Körperfett und Lebergesundheit.
Zusätzliche genetische Analysen von bis zu 2,5 Millionen Erwachsenen deuteten zudem auf einen biologischen Zusammenhang hin. In der UK Biobank standen vor allem die Signaturen für entzündungsförderndes Übergewicht, Leberveränderungen und Insulinresistenz mit einem höheren Risiko für Typ-2-Diabetes, Fettleber, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafapnoe und eine höhere Gesamtsterblichkeit in Zusammenhang.
Die Kindergruppe war mit 273 Teilnehmern vergleichsweise klein und stammte aus nur einer Region an der US-mexikanischen Grenze. Außerdem begleiteten die Forscher die Jugendlichen nicht bis ins Erwachsenenalter. Die Studie kann deshalb nicht zeigen, ob die betroffenen Kinder später tatsächlich erkranken. Zudem ist unklar, wie stark die Pubertät die Ergebnisse beeinflusst hat.
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