In iOS-Fotobearbeitung - Apple-KI erzeugt wildfremde Personen in Fotos
Apples neue Bildbearbeitung kann verdeckte Bereiche eines Fotos nachträglich ergänzen. Ein Test zeigt jedoch: Dabei entstehen mitunter Gesichter und Personen, die auf der echten Aufnahme nie zu sehen waren. BILD konnte einen kuriosen Fall aus den sozialen Medien nachstellen.
Mit iOS 27 erweitert Apple die Foto-App um neue Werkzeuge mit künstlicher Intelligenz. „Erweitern“ vergrößert Bilder durch künstlich erzeugte Randflächen. „Räumliches Neuausrichten“ verändert dagegen nachträglich den Blickwinkel einer Aufnahme.
Ein Nutzer berichtete auf Reddit von einem Foto mit einem Pferd. Nach der räumlichen Neuausrichtung erschien hinter dem Tier ein Mann. Diese Person war dem Nutzer nicht bekannt und im ursprünglichen Bild nicht vollständig vorhanden.
Im Original waren hinter dem Pferd nur ein kleiner Teil einer roten Mütze und eine Schulter mit schwarzem T-Shirt zu erkennen. Die KI deutete diese Hinweise als Person und ergänzte den durch die Bearbeitung freigelegten Bereich.
Der Nutzer bezeichnete den erzeugten Mann als kompletten „Rando“. Das Gesicht hatte die Software frei erfunden. Es handelte sich nicht um die Rekonstruktion einer Person, die zuvor vollständig von der Kamera aufgenommen worden war.
BILD testete die Funktion mit neuen und bereits gespeicherten Fotos. Dafür hielt sich Redakteur Adrian Mühlroth eine Bluetooth-Tastatur vor das Gesicht. Oberkörper und Teile des Kopfes blieben dabei sichtbar.
Anschließend wurde der Bildausschnitt so verschoben, dass das Gesicht unter der Tastatur hervorkommen sollte. In einem Versuch ergänzte die KI die untere Gesichtspartie. In einem weiteren Versuch erzeugte sie ein komplett neues Gesicht.
Die Ergebnisse entsprachen nicht der echten Person. Apple könnte bei der Rekonstruktion von Gesichtern auf vorhandene Bilder aus der persönlichen Mediathek zurückgreifen. Eine solche Nutzung findet laut dem vorliegenden Test nicht statt.
Beim räumlichen Neuausrichten werden Flächen sichtbar, die im Original durch Personen oder Objekte verdeckt waren. Da Smartphone- Kameras nur zweidimensionale Fotos aufnehmen, fehlen für diese Bereiche echte Bilddaten.
Die KI berechnet daher eine mögliche Ergänzung anhand sichtbarer Details. Blätter, Wolken oder Straßen lassen sich meist unauffällig fortsetzen. Bei Gesichtern kann daraus jedoch eine Person entstehen, die mit der Realität nichts zu tun hat.
Das Ergebnis ist deshalb keine echte Wiederherstellung. Es bleibt eine von der Software erzeugte Annäherung an Bereiche, die von der Kamera nie aufgenommen wurden.
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