Dubioser Anbieter aus Bulgarien - Verbraucherschützer warnen vor Miet-Falle im Netz
Wer in Deutschland eine Wohnung sucht, braucht starke Nerven. Und für manche Suchende kommt ein weiterer Schock dazu: eine Rechnung über 79 Euro. Betroffen sind Nutzer der Plattform „MietSofort“. Die Verbraucherzentrale Hamburg hält die Forderungen für rechtlich fragwürdig und rät: nicht vorschnell zahlen!
Die Wohnungssuche ist in vielen Städten längst ein Wettlauf gegen die Zeit. Da klingt ein Online-Dienst, der bei der Suche nach Mietwohnungen, Häusern oder WG-Zimmern helfen soll, zunächst verlockend. Genau das verspricht die Plattform „MietSofort“.
Allerdings berichten zahlreiche Nutzer von einer bösen Überraschung: Kurz nach ihrer Registrierung auf mietsofort.de flattert eine Zahlungsforderung über einmalig 79 Euro ins Haus. Betreiber der Seite ist die Subscription Cancel LTD mit Sitz im bulgarischen Varna. Die Gebühr wird unabhängig davon fällig, ob die Wohnungssuche am Ende erfolgreich ist oder nicht.
Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Hamburg gibt es erhebliche Zweifel daran, ob überhaupt ein wirksamer kostenpflichtiger Vertrag zustande gekommen ist. Der Grund: Beim Anmelden soll nicht klar genug erkennbar gewesen sein, dass Kosten anfallen.
Besonders kritisch sehen die Verbraucherschützer den Bestellbutton. Dieser trägt die Bezeichnung „Zugang freischalten“. Der Hinweis auf die Kosten soll dagegen deutlich weniger auffällig platziert sein. Nach deutschem Recht müssen Verbraucher jedoch unmittelbar vor Abschluss eines kostenpflichtigen Vertrags klar erkennen können, dass sie eine Zahlungspflicht eingehen und welchen Gesamtpreis sie zahlen müssen. Auch beim Widerrufsrecht sehen die Verbraucherschützer rechtliche Probleme. Deshalb raten sie Betroffenen ausdrücklich dazu, die Rechnung nicht ungeprüft zu begleichen.
Wer bereits eine Forderung über 79 Euro erhalten hat, sollte aktiv widersprechen. Die Verbraucherzentrale Hamburg stellt für Betroffene einen kostenlosen Musterbrief zur Verfügung, mit dem sie sich gegen die Zahlungsforderung wehren können.
Ebenso wichtig: alle Unterlagen sichern. Dazu gehören E-Mails, Rechnungen, Mahnungen und weitere Schreiben des Unternehmens. Wer kann, sollte außerdem Screenshots der Website und des Registrierungsprozesses aufbewahren.
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