Cyberattacken: Deutsche Firmen melden mehr Angriffe ausländischer Geheimdienste
Firmen in Deutschland haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Angriffe ausländischer Geheimdienste wahrgenommen als im Vorjahr. Nach Angaben des IT-Branchenverbands Bitkom sahen von den Unternehmen, die Sabotage, Spionage oder Diebstahl erlebt haben, 37 Prozent einen ausländischen Nachrichtendienst am Werk . Im Vorjahr waren dies 28 Prozent. 62 Prozent der Betroffenen erlebten eigenen Angaben zufolge Angriffe durch kriminelle Banden, ein Rückgang um sechs Prozentpunkte gegenüber 2025.
Der Branchenverband hat für seinen aktuellen Wirtschaftsschutzbericht rund 1.000 Führungskräfte und IT-Verantwortliche befragt, ob ihr Unternehmen binnen eines Jahres von Diebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen war. 67 Prozent der Befragten berichteten von entsprechenden Vorfällen. Weitere 29 Prozent gaben an, das eigene Unternehmen sei »vermutlich betroffen« gewesen.
Mehr als die Hälfte der Betroffenen gab an, dass Angriffe von China aus gestartet worden waren. In 49 Prozent der Fälle gehen die Firmen davon aus, dass sich der Angreifer in Russland aufhielt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) weist auf eine erhöhte Gefährdung hin . Auch das Bundeskriminalamt warnt auf seiner Website vor digitalen Delikten: »Die Anzahl polizeilich bekannt gewordener Cyberdelikte steigt. Maßgeblich hierfür sind vor allem Fälle, bei denen der Handlungsort des Täters unbekannt oder im Ausland ist.« Die Ziele der Täter seien vielseitig. »Neben finanzstarken Unternehmen stehen sowohl staatliche Einrichtungen und Institutionen im Fokus, als auch leicht verwundbare kleine und mittelständische Unternehmen«, teilte das BKA mit.
In den zwei Jahren zuvor war der Anteil der Führungskräfte, die einen solchen Angriff vermuteten, mit jeweils zehn Prozent geringer gewesen. Die Schadenssumme für die deutsche Wirtschaft durch Angriffe im digitalen und analogen Raum ist diesmal mit mindestens 211 Milliarden Euro geringer als in den Jahren zuvor. 2025 waren es rund 289 Milliarden Euro gewesen, 2024 lag die Summe der entstandenen Schäden bei 266,6 Milliarden Euro.
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