Lesung aus Shoah-Briefen - Masucci und Berben gegen Antisemitismus
Berlin – Zwei große deutsche Stars und ein gemeinsames Anliegen. Iris Berben (76) und Oliver Masucci (57) präsentierten gestern im Berliner Kino International die Buchpremiere von „Nach so viel Schmerz und Pein. Erste Briefe nach dem Holocaust“ (320 S., 30 Euro, Herder Verlag), herausgegeben von Dr. Robert Rozett und Professor Dr. Iael Nidam-Orvieto.
Eingeladen hatte der Freundeskreis Yad Vashem e.V. Moderiert wurde der Abend von der Journalistin Tanit Koch (49). Bundesbildungsministerin Karin Prien (61, CDU) hielt eine eindringliche Rede und machte deutlich, dass der Kampf gegen Antisemitismus schon in der Schule beginne – und immer wichtiger werde. Auch, weil die Generation der Zeitzeugen und Holocaust-Überlebenden immer kleiner werde.
Der Inhalt des Buches: Unmittelbar nach der Befreiung 1945 schrieben Überlebende des Holocausts Briefe, die zu den eindringlichsten Zeugnissen der Überlebenden zählen: unmittelbar und unverfälscht. Entstanden in einer Zeit zwischen Katastrophe und ungewisser Zukunft, spiegeln sie nicht nur Verlust und Zerstörung, sondern auch das Ringen um Orientierung und einen möglichen Neubeginn.
Die Briefe erzählen von der Suche nach Angehörigen und vom Bedürfnis, dem eigenen Weiterleben Ausdruck zu verleihen. Es sind Sätze wie „Die Menschen sind unmenschlich“ oder „Wer jemals Auschwitz erlebt hat, der kann sein ganzes Leben nicht mehr Mensch sein“, die einfach für sich stehen.
Iris Berben und Oliver Masucci lasen auf der Bühne mit großer Emotionalität aus dem Buch. Danach sagte Berben zu BILD: „Ich denke, dass man jede Möglichkeit wahrnehmen muss, um aufzuzeigen, was passiert, wenn ausgegrenzt, wenn selektiert wird. Diese Schicksale, von denen wir in dem Buch erfahren, sind so erschütternd, dass ich denke: Es ist wichtig, sich darauf einzulassen, sich mit dem Kontext der Zeit zu beschäftigen und sich vor allen Dingen mit der heutigen Zeit zu beschäftigen. Es wurde ja nach dem Krieg eine ganze Generation übersprungen, bis man wieder reden konnte. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir es heute tun.“
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