Berlin: LGBTQIA+-Razzien in Türkei "zutiefst beunruhigend"
Bei Razzien gegen queere Vereine in der Türkei gab es zahlreiche Festnahmen. Nun erntet Ankara Kritik: Mehrere Länder verurteilen die Maßnahmen. Auch Deutschland schließt sich an.
Menschenrechts- und LGBTI+-Beauftragte aus sechs europäischen Ländern haben in einer gemeinsamen Erklärung die Maßnahmen gegen queere Personen in der Türkei als "zutiefst beunruhigend" bezeichnet.
In einem Post auf der Plattform X schrieben die Vertreter aus Deutschland, Schweden, Finnland, Frankreich, Island und den Niederlanden, das Recht etwa auf friedliche Versammlungsfreiheit sowie die Meinungsfreiheit, auch für LGBTI+-Personen, müsse gemäß der internationalen Menschenrechtsnormen und der Europäischen Menschenrechtskonvention uneingeschränkt geachtet werden. Zu deren Einhaltung habe sich die Türkei verpflichtet.
Die Unterzeichner bekundeten "uneingeschränkte Solidarität mit allen LGBTI+-Personen in der Türkei". In Deutschland wird die Erklärung von der Beauftragten der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, Sophie Koch, und vom Menschenrechtsbeauftragten Lars Castellucci unterstützt.
Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von X nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von X übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von X informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen . Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Homosexualität ist in der Türkei nicht verboten. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte in der Vergangenheit jedoch die LGBT-Bewegung als "perverse Strömungen" bezeichnet.
LGBT ist die englische Abkürzung für lesbisch, schwul, bisexuell und Transgender: L esbian, G ay, B isexual, T ranssexual/ T ransgender.
Oft wird auch die Variante LGBTQ verwendet. Sie umfasst zusätzlich zu LGBT die Identifikation als queer: L esbian, G ay, B isexual, T ranssexual/ T ransgender, Q ueer.
Weitere Varianten sind LGBTQI oder LGBTQIA+ , hier wird Intersexualität und Asexualität eingeschlossen: L esbian, G ay, B isexual, T ranssexual/ T ransgender, Q ueer, I ntersexual und A sexual. Das + (manchmal auch *) dient als Platzhalter für weitere Geschlechtsidentitäten.
LSBTI ist die gängigste deutschsprachige Bezeichnung für L esben, S chwule, B isexuelle, t rans- und i ntergeschlechtliche Menschen. Quelle: dpa/ZDF
Am vergangenen Wochenende hatte es landesweite Razzien in der Türkei unter anderem bei LGBTQIA+ -Vereinen gegeben, zahlreiche Personen wurden festgenommen. Die Justiz wirft ihnen etwa Obszönität und Prostitution vor.
Justizminister Akin Gürlek hatte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu erklärt, eine Untersuchung der Finanzberichte der Vereine habe ergeben, dass hohe Geldbeträge von öffentlichen Einrichtungen aus dem Ausland überwiesen wurden.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.zdf.de — der Inhalt gehört ZDFheute.