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Mainz in Gladbach: Wiedersehen und Wiedergutmachung

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Mainz in Gladbach: Wiedersehen und Wiedergutmachung

Eines vorneweg: Ein Binden-Gate macht der FSV Mainz 05 nicht aus der Tatsache, dass Nadiem Amiri sich vorige Woche seines Insignes entledigt und es auf den Rasen geworfen hatte – aus Ärger über Sheraldo Beckers zu spätes und missglücktes Abspiel bei einem Konter. Urs Fischer hatte die Szene im Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt nicht mitbekommen. Inzwischen weiß er, was passiert ist, geht aber nur kurz darauf ein. „Haben uns das gemeinsam angeschaut und die Angelegenheit aus der Welt geschafft“, sagt er.

Aus den Fehlern, die seinen jungen Innenverteidigern bei der 1:3-Niederlage vor den ersten beiden Toren unterlaufen waren, will er ebenfalls kein großes Ding machen. Kacper Potulski und Fabio Gruber deswegen für die samstägliche Partie bei Borussia Mönchengladbach (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) gar aus der Anfangsformation der Partie zu nehmen, plant er allem Anschein nach nicht. „Ich war selbst 20 Jahre lang Profi. Wie hätte ich das hinbekommen, wenn ich nach einem oder zwei schlechten Spielen aus dem Kader geflogen wäre?“

Jungen Spielern müsse man Fehler verzeihen können, ohne sie zu bestrafen. „Wichtig ist, dass sie daraus lernen und die Fehler abstellen“, sagt der Trainer. „Nach einem oder zwei Mal sollte man das Ganze im Griff haben.“

Als „solide“ ordnet Fischer („Damit bist du auf dem richtigen Weg“) die Bilanz nach drei Spieltagen ein: eine schwache erste und eine deutlich bessere zweite Hälfte gegen den SC Paderborn, das herausragende 5:0 beim Hamburger SV, „und auch gegen Frankfurt war nicht alles schlecht“. Allerdings reichten in diesem Fall 45 Minuten, in denen die Mainzer es an den Grundlagen mangeln ließen, um leer auszugehen. „Man muss Fußball in erster Linie arbeiten, die Basics abrufen“, betont Fischer. Das habe er seinen Akteuren nach der ersten Niederlage und den ersten Gegentoren gesagt. Ob die Botschaft angekommen ist, wird sich am Samstag am Niederrhein zeigen.

Beim ersten Klub, der seinen Trainer in der noch jungen Saison entlassen hat, treffen die 05er auf einen ihrer Ehemaligen, mit dem vom heute noch aktiven Personal nur Stefan Bell, Phillipp Mwene sowie die Verletzten Robin Zentner und Paul Nebel zu tun hatten: Jan-Moritz Lichte. Einst Ko-Trainer unter Sandro Schwarz und Achim Beiersdorfer: Er war nach dessen Entlassung drei Monate in verantwortlicher Position, bis Bo Svensson die Mainzer in scheinbar aussichtsloser Lage übernahm. Nun fungiert er in Gladbach als Interimslösung, bis Rouven Schröder, einst Sportvorstand, einen Nachfolger für den freigestellten früheren 05-Profi Eugen Polanski gefunden hat.

Dieser Trainerwechsel habe die eigene Vorbereitung auf die Borussia nicht erschwert, sagt Urs Fischer. „Wir wissen ja in etwa, wie sie spielen könnte.“ In Mainz hatte sich Lichte, der als Fußballfachmann einen exzellenten Ruf genießt und zwischendurch Ko-Trainer von Stefan Kuntz in der türkischen Nationalmannschaft war, in prekärer Situation für einen sehr defensiven Ansatz entschieden. Sollte er den erneut wählen, ist es an den 05ern, Lösungen in engen Räumen zu finden, um ein Bollwerk zu knacken – und dabei die Kontersicherung nicht aus den Augen zu verlieren.

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