Pöbeln für die AfD
Matthäus Westfal, besser bekannt unter dem Namen "Aktivist Mann", könnte sich wie der nützliche Idiot fühlen. Im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt hat AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund den rechten Streamer noch persönlich begrüßt und gelobt. Aber der AfD-Bundesvorstand distanziert sich jetzt von ihm - genauer: von seinem "pöbelhaften Verhalten" gegenüber einer Spiegel-Journalistin.
Westfal findet das womöglich undankbar. Schließlich haben er und andere rechte Aktivisten der AfD zu "wichtigen Prozentpunkten" verholfen, mault er auf "X" und mahnt die AfD-Spitze: "Wer sich distanziert, verliert."
Tatsächlich sorgen Westfal und Co. für AfD-Reichweite. Journalisten, die ihnen nicht in den rechten Kram passen, werden persönlich angegangen und angebrüllt, die Begegnungen gefilmt und anschließend mit einer Kampagne auf Social Media lächerlich gemacht. Das gibt reichlich Klicks und hämische Kommentare von vielen AfD-Fans - und die Parteichefs haben es bis dato hingenommen (mehr zum Thema heute bei ZDF frontal um 21 Uhr).
Ganz plötzlich spucken Alice Weidel und Tino Chrupalla neue Töne. "Ein zivilisierter Umgang miteinander versteht sich in einer kultivierten Gesellschaft eigentlich von selbst", heißt es in einer Pressemitteilung.
Aber ist das wirklich eine Absage ans Pöbeln? In den laufenden Wahlkämpfen hört sich das oftmals anders an. Denn wer polarisiert und empört, wird von den Algorithmen mit Reichweite belohnt - das wissen die Strategen der AfD genau.
Pistorius in den USA: Heute trifft Verteidigungsminister Boris Pistorius im Pentagon seinen amerikanischen Kollegen Pete Hegseth. Thema dürften die Ukraine und mögliche weitere Rüstungsaufträge sein.
ZEW veröffentlicht Konjunkturerwartungen: Das ZEW - Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim veröffentlicht heute neue Konjunkturerwartungen. Die Stimmung unter Finanzmarktexperten war zuletzt besser. Gleichzeitig warnt das Bundeswirtschaftsministerium vor einer Abschwächung: Industrieproduktion und Konsum schwächeln, die Energiepreise bleiben hoch.
Machtkampf um die Arktis: Welche Interessen verfolgen Russland, China und die USA? Und wie viel Einfluss kann Europa in der Arktis noch gewinnen? Darüber hat Jessica Zahedi bei ZDFheute live mit Andreas Raspotnik vom Arctic Institute und ZDF-Korrespondent Ulf Röller in Brüssel gesprochen:
Fußball: Die Champions League hat ihren ersten Spieltag bereits hinter sich, nun ziehen Bayer Leverkusen und die TSG Hoffenheim in der Europa League nach. Alles Wissenswerte zum Auftakt des zweithöchsten europäischen Fußball-Wettbewerbs hat Tjard Häusling hier zusammengefasst.
Volleyball: Die deutschen Volleyballer haben bei der EM auch ihr viertes Spiel gewonnen . Nach dem Sieg gegen die Schweiz geht es nun gegen den Olympiasieger Frankreich um den Gruppensieg.
77 von 137 Staaten, die in einer Studie der Bertelsmann-Stiftung untersucht wurden, werden derzeit autokratisch regiert. Am Internationalen Tag der Demokratie wollen die Vereinten Nationen heute daran erinnern, wie die Demokratie weltweit in die Defensive gerät. Vor 20 Jahren war sie in der Bertelsmann-Untersuchung noch in der Mehrheit.
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