Hoch hinaus oder weit nach Norden - Wo Skifahren in Europas noch möglich sein wird
Wärmere Winter setzen Europas Skigebieten zu. Doch Skifahren verschwindet nicht – es verlagert sich. Die besten Chancen gibt es in den Alpen ganz oben und in Skandinavien ganz weit im Norden. Der Blick auf den Saisonstart 2026/27 zeigt: Die schon startenden Skigebiete liegen fast ausnahmslos auf Gletschern sowie in besonders hohen oder nördlichen Regionen.
Zu den Frühstartern gehören derzeit: Pitztaler Gletscher (Österreich, bis 3440 m) ab 26. September, Sölden (Österreich, bis 3340 m) ab 2. Oktober, Stubai (Österreich, bis 3210 m) ab 9. Oktober, Kitzsteinhorn/Kaprun (Österreich, bis 3029 m) ab 10. Oktober, Engelberg-Titlis (Schweiz, bis 3028 m) ab 10. Oktober.
Die Termine sind allerdings keine Schneegarantie. So wollte der Kaunertaler Gletscher in Tirol bereits am 21. September 2026 in die neue Skisaison starten. Wegen hoher Temperaturen wurde der Saisonstart verschoben. Einen neuen Termin gibt es bisher nicht. Das Beispiel zeigt: Selbst mehr als 3000 Meter Höhe sind keine Garantie für einen Saisonstart.
Auch in Frankreich starten nur die Höhenlagen früh in die Saison. Grande Motte in Tignes (bis 3656 m) etwa plant den Saisonstart ab 21. November. Val Thorens startet ebenfalls am 21. November. In Italien läuft die Saison schon seit dem 19. September am Schnalstaler Gletscher (bis 3212 m). Anfang November geht es am Stilfserjoch (bis zu 3450 m) los.
Und was ist mit Deutschland? Das bekannteste deutsche Hochgebirge ist die Zugspitze. Dort soll die Skisaison 2026/27 auf knapp 2700 m voraussichtlich am 27. November beginnen. Das Gebiet profitiert von der Höhenlage. Ganz anders sieht es bei den deutschen Klassikern aus. Garmisch-Classic etwa plant für 2026/27 derzeit nur eine Skisaison von Mitte Dezember bis 29. März. Schwarzwald, Sauerland, Harz oder Bayerischer Wald liegen deutlich niedriger.
Eine 2026 veröffentlichte Untersuchung der europäischen Alpen wertete Satellitendaten von 1985 bis 2024 aus. Das Ergebnis: Die Schneesicherheit ist in nahezu allen Skigebieten zurückgegangen. In 94 Prozent der untersuchten Abfahrts-Skigebiete ging über die gesamte Saison der Schnee zurück. Das bedeutet nicht, dass in den Alpen plötzlich kein Skifahren mehr möglich sein wird. Aber: Es verlagert sich nach oben. Deshalb stehen Gletscher und hoch gelegene Skigebiete besonders gut da.
Zu den Profiteuren des Klimawandels zählen auch Skigebiete in Norwegen, Schweden und Finnland. Der Vorteil: Sie liegen zwar niedriger als die großen Alpengletscher, dafür ist es im Winter deutlich kälter.
Für Wintersport ler könnte sich die Landkarte des Skifahrens damit langfristig verändern. Bisher dominierten Österreich, die Schweiz, Frankreich und Italien den Skitourismus. Künftig könnte Skandinavien attraktiver werden. Das bedeutet aber nicht, dass die Alpen „verschwinden“. Vielmehr dürfte sich der Wintersport stärker konzentrieren: auf höhere Lagen, Gletscher und kältere Regionen im Norden.
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