5 Elektroautos im GW-Check - E-Pioniere: hier lohnt sich ein zweiter Blick
Mit Teslas Roadster und Model S begann der Durchbruch moderner Elektroautos. Parallel dazu brachten Hersteller wie Nissan, BMW, Mercedes, Kia und Opel ihre ersten Großserien-Elektroautos auf den Markt. Heute sind diese Pioniermodelle 10 bis 15 Jahre alt und interessant, weil sie zeigen, wie gut frühe E-Auto-Konzepte gealtert sind, welche ihrer Zeit voraus waren und wie stark sich die Elektromobilität seitdem weiterentwickelt hat.
AUTO BILD hat fünf wichtige Vertreter der ersten E-Auto-Generation noch einmal unter die Lupe genommen. Zeit für ein Wiedersehen mit den Pionieren.
Der Leaf war das erste Elektroauto, das in großen Stückzahlen verkauft wurde. Als Nissan den Stromer Ende 2010 auf den Markt brachte, waren Reichweiten um 150 Kilometer und rund 80 PS absolut konkurrenzfähig. AUTO BILD lobte damals den ruhigen Antrieb, den guten Platz im Innenraum und die einfache Bedienung. Für den täglichen Weg zur Arbeit oder den Stadtverkehr reichte das völlig aus.
Genau darin liegt auch heute noch seine Stärke. Wer nur kurze bis mittlere Strecken fährt und zuhause laden kann, kommt mit einem Leaf auch 15 Jahre nach seinem Debüt noch zurecht, auch wenn der Akku nicht mehr die ursprüngliche Kapazität hergibt. Für längere Fahrten wurde der Leaf I allerdings schon als Neuwagen nicht entwickelt. Achtung beim Kauf: In seltenen Fällen wird der Leaf noch mit Miet-Akku angeboten.
Das nervt am Leaf I: Der wichtigste Punkt ist die Batterie. Anders als viele spätere Elektroautos besitzt der Leaf keine aktive Akku-Kühlung. Deshalb haben viele Fahrzeuge über die Jahre spürbar an Kapazität verloren. Das Problem erkennt man auch beim Blick auf die wenigen Gebrauchtwagenangebote. Die dort ausgewiesenen Akku-Zertifikate weisen in besseren Fällen Werte um 80 Prozent Restkapazität auf, bei einigen sind es nur noch gut 60 Prozent. Hier ist die ursprüngliche Reichweite drastisch eingeschränkt.
Vor dem Kauf sollte man den Akku-Zustand also unbedingt testen und schauen, wie weit es das jeweilige Exemplar tatsächlich noch mit einer Ladung schafft. Ein weiterer Nachteil ist der CHAdeMO-Schnellladeanschluss, der unterwegs an öffentlichen Ladesäulen viel seltener geworden ist.
Während viele frühe Elektroautos vor allem für die Stadt oder kurze Pendelstrecken gedacht waren, spielte der Ampera-E in einer anderen Liga. Seine 60-kWh-Batterie ermöglichte bereits 2017 Reichweiten, die viele Konkurrenten erst Jahre später erreichten. Im AUTO BILD-Test überzeugte der Opel nicht nur mit seinem kräftigen Antrieb, sondern vor allem mit seiner Alltagstauglichkeit.
Auch heute wirkt das Konzept überraschend modern. Das Platzangebot fällt ordentlich aus, viele Fahrzeuge verfügen über eine umfangreiche Ausstattung mit Leder, Lenkradheizung oder sogar beheizbaren Rücksitzen. Vor allem aber zeigt der Ampera-E, wie weit einige Hersteller der Konkurrenz bereits voraus waren.
Das nervt am Ampera-E: Die Auswahl am Gebrauchtwagenmarkt ist winzig klein, dabei war die Nachfrage an dem Stromer aufgrund der hohen Akku-Kapazität viel größer. Doch Opel verkaufte nur wenige Fahrzeuge, denn es war die Zeit des Verkaufs an den PSA-Konzern.
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