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Nordkorea will »Angriffsübung« mit Artillerie und Raketen abgehalten haben

Der Spiegel Ausland ·
Nordkorea will »Angriffsübung« mit Artillerie und Raketen abgehalten haben

Nach einem US-Übungsmanöver demonstriert Nordkorea bei einer Großübung erneut seine Raketensysteme. Nach Angaben seiner Staatsmedien hat das Land eine »Angriffsübung« mit Artillerie und Raketen mit großer Reichweite ausgeführt. Das Manöver habe am Samstag stattgefunden, teilte die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Montag mit. Daran beteiligt waren demnach verschiedene Einheiten der nordkoreanischen Streitkräfte aller Stufen.

Südkorea hatte unter Verwendung der koreanischen Bezeichnung für das Japanische Meer gemeldet, dass Nordkorea am Samstag mehrere ballistische Raketen aus der Region der nordkoreanischen Stadt Wonsan in Richtung Ostmeer abgefeuert habe. Tags zuvor hatte Südkorea ein fünftägiges Militärmanöver mit den USA und Japan abgeschlossen. Der Schwerpunkt der Übung »Freedom Edge« lag auf möglichen Bedrohungen durch Nordkorea.

2 Min Zur Merkliste hinzufügen Bedrohung durch Kim Jong Un: Seoul schätzt nordkoreanisches Arsenal auf bis zu 120 Atomwaffen 2 Min Zur Merkliste hinzufügen 2 Min Zur Merkliste hinzufügen Trumps Indopazifikpolitik: Die US-Partner im Fernen Osten müssen nun sehen, wo sie bleiben Von Bernhard Zand, Peking 4 Min Zur Merkliste hinzufügen 4 Min Zur Merkliste hinzufügen In dem KCNA-Bericht wurde zwar nicht angegeben, wo die Übung abgehalten wurde. Er führte jedoch aus, dass »neue Kampfsysteme« zum Einsatz gekommen seien, darunter »verschiedene Arten von Angriffsdrohnen, taktische Marschflugkörper, Mehrfachraketenwerfer sowie taktische ballistische Raketen«. Die Waffen hätten »die enorme Zerstörungskraft von konzentriertem Feuer demonstriert«. Sie hätten die Ziele »mit hundertprozentiger Genauigkeit« getroffen.

Das abgeschottete Nordkorea hatte bereits am 20. August mehrere Raketen in Richtung des Japanischen Meeres gefeuert. Zu dem Zeitpunkt hielten die US-Armee und die südkoreanischen Streitkräfte das jährliche gemeinsame Manöver »Ulchi Freedom Shield« ab. Pjöngjang kritisiert gemeinsame Manöver der USA und Südkoreas schon lange und hält rund um die Übungen häufig Raketentests ab.

Die Tests im August erfolgten trotz Gesten der Annäherung durch US-Präsident Donald Trump . Dieser hatte erklärt, noch in diesem Jahr Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un treffen zu wollen.

Trump ordnete zudem an, das Manöver »Ulchi Freedom Shield« zu verkürzen. Er begründete dies unter anderem mit den hohen Kosten und kritisierte in einer überraschenden Volte die Manöver mit dem engen Verbündeten Südkorea als »feindselig« gegenüber Nordkorea. Trump hatte zuletzt scharfe Kritik an Südkorea geäußert – insbesondere wegen der südkoreanischen Weigerung, sich am US-Krieg gegen Iran zu beteiligen.

Dagegen hat der US-Präsident im Umgang mit Nordkorea immer wieder versöhnliche Töne angeschlagen. In seiner ersten Amtszeit traft Trump Machthaber Kim dreimal. Hoffnungen auf eine Vereinbarung für eine Denuklearisierung des international weitgehend isolierten Nordkorea erfüllten sich aber nicht.

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