Liebe aus, Gold-Jagd an! - Ex-Reit-Traumpaar mit Deutschland auf WM-Kurs
Getrennte Betten, gemeinsamer Stall! Das einstige Traumpaar des deutschen Springreitens, Sophie Hinners (28) und Richard Vogel (29), geht privat längst getrennte Wege. Im Sattel ziehen die beiden aber weiter gemeinsam an einem Strang und sollen Deutschland bei der Reit-WM in Aachen zurück zu Gold führen. Und nach dem ersten Wettkampftag läuft es für das deutsche Team bereits goldig. Deutschland liegt auf Titelkurs.
Ausgerechnet die Heim-WM in Aachen schreibt die wohl kurioseste Geschichte des deutschen Reitsports: Hinners und Vogel gehen privat längst getrennte Wege. Im Sattel ziehen sie aber weiter gemeinsam an einem Strang. Im Visier: Das erste Team-Gold seit 2010 in Kentucky (USA).
Der WM-Auftakt am Mittwoch verlief jedenfalls vielversprechend. Vor 33.000 Zuschauern gingen 145 Reiter im Fehler-Zeit-Springen an den Start. Die Fehlerpunkte werden dabei aus dem Zeitrückstand berechnet.
Sophie Hinners zeigte mit Singclair eine bärenstarke Runde. Mit 72,18 Sekunden und 0,84 Fehlerpunkten liegt sie in der Einzelwertung auf Rang 4 und hat beste Medaillenchancen. Noch schneller waren nur Julien Epaillard aus Frankreich (70,6 Sekunden), der Niederländer Harrie Smolders (71,96) und der Brite Scott Brash (72,19). Auch Daniel Deußer mischt ganz vorn mit. Mit 0,86 Fehlerpunkten liegt er direkt hinter Hinners auf Platz 5. Marcus Ehning, der den Wettbewerb bereits um 9.30 Uhr als erster deutscher Reiter eröffnete, blieb ebenfalls fehlerfrei. Mit 1,78 Fehlerpunkten rangiert er auf Platz 20.
Ausgerechnet Europameister Richard Vogel lieferte nach einem Abwurf mit 3,38 Fehlerpunkten das deutsche Streichergebnis und liegt auf Rang 46. „Das war ein Reiterfehler. United Touch kann absolut gar nichts dafür“, erklärt Vogel, der einen Galoppsprung zu viel wollte. Trotzdem liegt Deutschland nach Tag 1 auf Gold-Kurs.
Dabei steht vor allem das ehemalige Traumpaar des deutschen Springreitens im Mittelpunkt. Vor einem Jahr feierten Hinners und Vogel bei der EM in Spanien noch gemeinsam Medaillen – Bronze mit dem Team, Einzel-Gold für Vogel. Vor wenigen Wochen machten sie ihre Trennung öffentlich. Doch auf dem Turnierplatz funktioniert das Duo weiterhin.
„Ich habe das Gefühl, dass wir uns super verstehen, super respektvoll miteinander umgehen“, sagt Hinners vor der WM. „Ich würde vielleicht sogar sagen, dass wir aktuell noch besser zusammenarbeiten können.“ Auch Vogel betont: „Wir sind immer noch sehr gut befreundet und haben ein sehr, sehr gutes Arbeitsverhältnis.“ Man sieht es auf dem Turniergelände.
Und die sportlichen Ziele? Die formuliert der 29-Jährige unmissverständlich: „Die Ziele sind ganz klar, dass wir auf jeden Fall eine Teammedaille gewinnen, am liebsten natürlich Gold.“ Nach dem ersten WM-Tag sind Hinners und Vogel diesem Ziel jedenfalls ein großes Stück näher gekommen. Getrennt im Privatleben, gemeinsam auf Gold-Kurs.
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