USA: Richter schaltet sich in Baumaßnahmen am Kennedy Center ein
Was hat Donald Trump mit dem Kennedy Center vor? Am Dienstag hatte der US-Präsident die umgehende Schließung von Washingtons größter Kultureinrichtung bekannt gegeben – angeblich wegen Sicherheitsbedenken und dringend notwendiger Renovierungsarbeiten. Zuletzt machten sogar Berichte über mögliche Abrisspläne die Runde. Allerdings bekommt die US-Regierung nun abermals Probleme mit der Justiz: Ein Bundesrichter hat allzu schnelle Baumaßnahmen untersagt.
Sollten größere Bauarbeiten oder eine Zerstörung des Hauptgebäudes geplant sein, müsse das Kennedy Center 30 Tage zuvor darüber informieren, ordnete der Richter in Washington an.
2 Min Zur Merkliste hinzufügen Kulturzentrum in Washington: Warum das Kennedy, äh, Trump Center vor der Pleite stehen soll Von Henrik Bahlmann 4 Min Zur Merkliste hinzufügen 4 Min Zur Merkliste hinzufügen Bericht der »Washington Post«: Kennedy Center warnt offenbar vor unmittelbar bevorstehender Insolvenz 2 Min Zur Merkliste hinzufügen 2 Min Zur Merkliste hinzufügen Hintergrund ist ein Rechtsstreit über die Frage, ob Trumps Name – wie von ihm verlangt – an der Fassade der Kultureinrichtung stehen darf. Die Kultureinrichtung war 1971 zu Ehren des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy eröffnet worden. Trump warf der Leitung nach seinem erneuten Amtsantritt im Januar 2025 eine links-"woke« Haltung vor und setzte sich selbst an die Spitze eines Verwaltungsrats mit handverlesenen Mitgliedern.
Das Gremium beschloss im vergangenen Dezember die Umbenennung in »Donald J. Trump and John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts«. Trumps Name wurde daraufhin in Großbuchstaben auf der Fassade über dem Kennedys angebracht. Gerichte erklärten dies jedoch für unrechtmäßig, da nur der Kongress eine Namensänderung beschließen kann.
Zuletzt wurden Bauzäune rund um das Gebäude am Fluss Potomac aufgestellt. Trump sagte, für die Renovierung müsse seine Regierung auf jeden Fall »Anerkennung« erhalten. Ansonsten werde das Zentrum für immer schließen. »Am Ende wird es abgerissen«, drohte er.
Nun wächst die Sorge, der Präsident könnte es damit tatsächlich ernst meinen. Auf Fotos der Nachrichtenagentur AFP ist Trump durch das Fenster der Präsidentenmaschine Air Force One mit einem Ausdruck einer Vorlage zu sehen, über der in roten Buchstaben zu lesen ist »Kennedy Center Demolish« (etwa: Abriss des Kennedy Centers).
Der Ausdruck scheint die Zerstörung eines Gebäudes zu zeigen und ein gelbes Baufahrzeug, das Trümmer wegschaufelt. Die am Donnerstag veröffentlichten Fotos von Trump entstanden am Mittwoch auf dem Militärflughafen Joint Base Andrews südöstlich der Hauptstadt Washington. Die AFP-Aufnahmen und ähnliche Fotos der »New York Times« verbreiteten sich rasch in Onlinenetzwerken und sorgten dort für Aufregung. Das Weiße Haus kommentierte die Bilder vorerst nicht.
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