Regionalliga-Reform - Jetzt schaltet sich Bayern-Boss Dreesen ein
DFB-Präsident Bernd Neuendorf (65) bekommt Flankenschutz von höchster Bundesliga-Stelle: Bayern Münchens Vorstandschef Jan-Christian Dreesen (59) schaltet sich in die Diskussion über eine geplante Regionalliga-Reform ab der Saison 2028/29 ein. Die Reform sieht vor, dass künftig alle vier Meister in die 3. Liga aufsteigen können.
Dabei favorisiert Neuendorf das sogenannte Kompass-Modell, das eine Reduzierung der bisher fünf auf vier Staffeln und eine Neuaufteilung in die Regionen Nord, West, Süd und Ost vorsieht. Dafür bedarf es auf dem außerordentlichen DFB-Bundestag am 18. Dezember einer Zweidrittel-Mehrheit der Delegierten.
Dreesen unterstützt Neuendorfs Vorstoß, der die Regionalliga-Reform zur Chefsache erklärt hat, nachdem auch eine eingesetzte AG zu keiner Lösung gekommen war. „Zunächst einmal scheint mir das Kompass-Modell der beste Kompromiss zu sein. Entscheidend ist doch aus sportlicher Sicht, dass endlich jeder Meister direkt aufsteigt“, sagte der Bayern-Boss auf SPORT BILD-Anfrage.
Auch das Präsidium der Bundesliga (vormals DFL) unter Hans-Joachim Watzke (67), in dem Dreesen sitzt, unterstützt einstimmig das Kompass-Modell. Die Bundesliga ist durch ihre zweiten Mannschaften in der Regionalliga betroffen.
Dreesen weiter: „Und ich gebe Bernd Neuendorf absolut recht: Der Fußball darf beim Thema Reformen nicht zum Sinnbild für Stillstand werden. Deshalb sollten wir jetzt auch nicht noch lange über immer neue Modelle diskutieren, sondern im Sinne des Fußballs möglichst rasch zu einem tragfähigen Konsens kommen. Ich hoffe, dass bei einem entsprechend einberufenen DFB-Bundestag die nötige Mehrheit zustande kommt.“
Mit seiner Meinung geht Dreesen auf Gegenkurs zu Christoph Kern (43), Präsident des Bayern-Verbandes (BFV), dem auch Bayern München angehört. Bei einer Klub-Abstimmung Ende Juni hatten nur der Norden, Nordosten und Westen pro Kompass-Modell votiert, nicht aber der Südwesten und Bayern.
Auf der Konferenz der Regional- und Landesverbandspräsidenten vorige Woche wurde zwar die Einberufung eines Bundestages für eine Reform begrüßt. Aber: Das bedeutet nicht automatisch, dass die Landesfürsten mehrheitlich für das Kompass-Modell stimmen werden. Dieses sieht vor, dass die 80 Klubs (je 20 pro Staffel) mit KI-Unterstützung so auf die vier Regionalligen verteilt werden, dass möglichst geringe Entfernungen zurückzulegen sind. Bedeutet: Vereine in der Nähe der Landesgrenze könnten je nach Auf- und Absteigern in der einen Saison in dieser, in der nächsten in einer anderen Staffel spielen.
Neuendorf stellte indes klar, dass auch Änderungsanträge zum Kompass-Modell oder Gegenanträge auf dem Bundestag gestellt werden können. Nach SPORT BILD-Info ist damit zu rechnen, dass BFV-Boss Kern als Alternative die Aufstockung der 3. Liga auf 22 Mannschaften mit fünf Absteigern einbringen wird. Da es bei weiterhin fünf Regionalligen bliebe, wäre im Gegensatz zum Kompass-Modell, bei dem der DFB die Trägerschaft übernehmen würde, keine DFB-Satzungsänderung nötig.
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