Zverev locker nach New York - Erst Golf, dann US Open
Seine Laune ist wieder besser geworden. In den Tagen vor dem Auftakt der US Open in New York am Sonntag geht es Alexander Zverev (29) gut. Eloquent und bestens gelaunt präsentiert sich der Hamburger den Medien und beim Training, ob mit Novak Djokovic (39), Andrey Rublev (28) oder Learner Tjen (20). Von Wehwehchen keine Spur, die bislang alles andere als erfolgreiche Nordamerika-Tour scheinbar gut im Griff.
„Im Training ist es alles gut. Ich finde, das wird von Tag zu Tag besser. Man muss aber das erste Match spielen, dann kann man das ein bisschen besser beschreiben“, sagt die Nummer 2 der Welt vor seinem ersten Match gegen den Italiener Lorenzo Sonego (31). Vor wenigen Tagen sah das alles noch ganz anders aus.
Binnen drei Stunden verlor der French-Open-Champion am Mittwoch vergangener Woche beim Masters in Cincinnati gleich zweimal. Erst das Aus im Einzel gegen den Amerikaner Tommy Paul (29), dann fliegt er im Doppel mit Kumpel Marcelo Melo (42) raus. Zu viel für ihn. Schon während dieses unbedeutenden Doppels, was er selbst so sieht, fliegt der Schläger. Nach der Pleite gibt es für ihn nur eines: nichts wie weg. Zu groß ist die Frustration. Freundin Sophia Thomalla (36) und Manager Sergej Bubka Junior (39) bleiben zurück – Melo ebenfalls. Die ATP- und Turniermitarbeiter ohnehin. Wo ist Zverev?
Der sprang sofort zum nächsten Shuttle, und weg war er – im fünf Minuten entfernten Haus. Die Generalprobe für die US Open ging gründlich daneben. Im ersten Match das Aus beim Masters in Montreal, dann im dritten auch in Cincinnati. Nur vier Spiele als Vorbereitung auf das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres, kann das reichen? Zverev zu BILD: „Das mit den vier Matches, das passt schon. Ich habe zehn Tage Zeit, das sollte genug sein, um in Topform für New York zu kommen.“
Dafür war er vor der Nordamerika-Tournee auch auf Mallorca in der Akademie von Rafael Nadal (40). Der Altstar schaute selbst zweimal vorbei, dessen Onkel Toni (65) stand oft mit Zverev auf dem Platz, wie vor einem Jahr. Da wurde über eine feste Zusammenarbeit spekuliert, die kam jedoch nie zustande. Zverev: „Es war einfach toll, dass sie da waren. Ich habe es ja schon gesagt, dass es mir gefällt, wenn sie mir erzählen, wie sie mein Spiel sehen. Aber nein, da gibt es nichts Spezielles, über das wir reden, wie über Schlägerhaltung oder Beinarbeit oder so. Mir macht es einfach Spaß, auf Mallorca zu sein, das ist alles.“
Der Schwung und die optimistische Stimmung von der Sonneninsel blieben dann auf dem Flug über den Atlantik irgendwo auf der Strecke. „Montreal war relativ schlecht. In Cincinnati war es nicht sonderlich gut, aber es war besser. Ich habe vor Montreal offen gesagt: Ich brauche Zeit, um in Form zu kommen und meinen Rhythmus auf dem Hartplatz zu finden“, sagt Zverev.
Der Grund ist einfach: „Ich habe dieses Jahr länger auf Rasen gespielt als je zuvor. Das ist sehr positiv, aber trotzdem schwierig, weil das ein ganz anderes Tennis ist als auf Hartplatz.“ In Halle/Westfalen stand der zweimalige Weltmeister im Halbfinale, in Wimbledon gar im Endspiel, das er gegen Jannik Sinner (25) verlor.
Jetzt muss sich Zverev bei Bällen und den Plätzen umstellen.
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